Samstag, 23. November 2013

erleben was verbindet


Es gibt Dinge, die kann nur ein Mann. Und ich rede jetzt nicht von den Vorteilen, die männliche Wesen auf Rastplätzen haben, weil sie im Stehen pinkeln können. Nein, heute ist mir aufgefallen, dass mein Mann sich strategisch so perfekt platzieren kann, dass er überall im Weg sitzt und alle wichtigen Stationen simultan blockiert. Und dabei sitzt er nur auf einem handelsüblichen Küchenstuhl und liest Zeitung. Das muss ihm erstmal einer – nein einE – nachmachen! Ich behaupte mal, eine Frau ist dazu nicht in der Lage, denn schon allein ihr angeborener devoter Platzmach-Instinkt verbietet es ihr, vorsätzlich wichtige Versorgungswege zu verstopfen und ihren Mitmenschen ein Hindernis zu sein.

Och nööö, liebe Männer, nicht gleich wieder eingeschnappt sein. Ich weiß, wir lästern viel zu oft über euch, aber ihr bietet uns auch immer so herrliche Anlässe :o)

SO gut im Weg sitzen/stehen/liegen kann sonst nur unser Bürohund. Der hat eine Stelle im Flur ausfindig gemacht, wo er, bei geschickter Positionierung seiner Gliedmaßen, gleich drei Türen UND eine Treppe gleichzeitig unpassierbar machen kann. Und davon macht er ausgiebig Gebrauch.

Keine Ahnung, ob auch mein Mann absichtlich diese Koordinaten besetzt, wenn ja dann ziehe ich meinen Hut – der Hund kann noch was von ihm lernen: Zwei Vorratsschränke, ein großer Küchenschrank, drei Schubladen, die Backofentür und der Kühlschrank. Dabei finden in unserer Küche bei rationaler Sitzplatzverteilung bis zu acht Personen bequem am Tisch Platz.



Ich gestehe, es gibt auch Dinge, die kann nur eine Frau. Zum Beispiel, sich Ewigkeiten über ein Thema auslassen, obwohl sie ganz was anderes erzählen wollte. Ich zum Beispiel wollte eigentlich berichten, was heute in meinem Postkasten lag. Aus einem an mich persönlich adressierten Umschlag zog ich eine blumenverzierte Karte, die ich erwartungsvoll aufklappte. Der Aufdruck „Es tut uns leid“ ließ schon vermuten, dass es sich wohl eher nicht um eine zwei Monate zu schnelle Geburtstagskarte handelte. Der Innentext informierte mich, dass die Telekom sich wahnsinnige Vorwürfe machte, weil sie mir in letzter Zeit nicht immer die zugesicherten Leistungen bieten konnte. „Es liegt uns sehr viel daran, Fehler wiedergutzumachen.“

Ist ja echt ne nette Geste, sich mit einem Blumengutschein bei mir zu bedanken – wo kann ich ihn denn einlösen? ...achso, es geht noch weiter: „Mit unserem SYMBOLISCHEN BLUMENSTRAUSS danken wir für Ihr Verständnis....“

Moment mal eben, VERSTÄNDNIS?? Hat da jemand was von Verständnis gesagt? Klar bin ich tolerant genug, eine kaputte Telefonleitung nicht zum Drama zu machen, meine Rechnung rigoros zu kürzen oder umgehend den Anbieter zu wechseln. Aber für einen SYMBOLISCHEN Blumenstrauß habe ich kein Verständnis. Und dann auch noch „unser“ Strauß, da hört man schon ein „er kommt mal wieder zum Einsatz“ heraus – wie praktisch, so ein wiederverwendbares Gebinde!

Pflegeleichter ist er ja, und ich musste noch nicht mal in den Vasenschrank kriechen – aber ich bitte euch, aufgemalte Blumen, sowas ist bei meinen KINDERN niedlich – für alle anderen gilt: Nicht lange drüber reden, sondern machen!

Was Herr Hoßbach, seines Zeichens Leiter im Kundenservice, wohl sagen würde, wenn es ab heute abend nur noch symbolischen S*x gäbe...

Kommentare:

  1. Du solltest Dich bei diesem netten Mann bedanken, liebe Tweety... Schick ihm doch eines von Peppa's schönen Food-Porn-Pics und lade ihn als Dank für den symbolischen Riechbesen zu einem symbolischen Dinner ein ;-)
    Liebe Grüße von Felina, die Dich mal heftig symbolisch drückt ;-)

    http://www.ornauer.at/lebensfreude-blog/wp-content/uploads/2008/07/Umarmung.jpg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. jepp, und dann werde ich auch gleich ankündigen, dass ich meine Telefonrechnungen in Zukunft ebenso symbolisch bezahle:
      http://ideologiekritik.blogsport.de/images/geld.jpg

      Löschen