Montag, 16. Dezember 2013

Hunger, Durst, müde, Pipi, sind wir bald da?

Wie alt muss man eigentlich werden, um von den eigenen Eltern für voll genommen zu werden!?!

Nur zur Orientierung sei gesagt, dass ich mich in meinem 5. Lebensjahrzehnt befinde, bereits vor langer Zeit von zu Hause auszog und inzwischen Mutter zweier Kinder bin, die beide bereits ihre erste Null gefeiert haben.

Ganz bestimmt bin ich kein kleines Mädchen mehr, das auf die Entscheidungen seiner Eltern angewiesen oder von deren Absolution abhängig ist.

Da wir in diesem Jahr eine recht zusammengeschrumpfte Weihnachtsgesellschaft von gerade mal zehn Personen bilden, habe ich mich bereit erklärt, unsere sechs Familienangehörigen zu uns einzuladen.
Nach anfänglicher Zusage erhielt ich heute aber einen Anruf von meinen Eltern, sie wollten nicht kommen, fänden es doof mit "den anderen", wüssten nicht, ob sie denen womöglich auch noch was schenken müssten und überhaupt könne man ja gar nicht mehr so lange sitzen.

Das einzige was mir spontan dazu einfiel war, meinem Vater anzubieten, dass er bei uns auch gerne liegen dürfe. Aber er quengelte weiter, er könne sich diesen Nachmittag überhaupt nicht vorstellen, das ginge ihnen alles so gegen den Strich usw. Dann bettelte er, ob wir nicht noch an einem anderen Tag Zeit für sie hätten. Ehrlich gesagt: nein! Und ich bin auch ziemlich stolz auf mich, dass ich

a) nicht sofort eingelenkt habe

b) mir so spontan ein paar Ausreden eingefallen sind

und
c) ich dann auf die glorreiche Idee gekommen bin, ihnen anzubieten, das bei ihrem nächsten Besuch hier zu klären.

Dann ist nämlich mein Mann auch dabei und sie können ihm gleich persönlich erklären, was so schlimm daran ist, mit seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Tante am zweiten Weihnachtstag gemeinsam Kaffee zu trinken. Auf die Erklärung freue ich mich schon!

Kommentare:

  1. Zur einleitenden Frage: So alt kann ein Mensch nicht werden. Ausrufungszeichen.

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  2. Wir freuen uns immer sehr, an Weihnachen wieder mal alle zusammen zu kommen. Genau freuen wir uns aber auch, wenn alle wieder weg sind und zu Hause wieder Ruhe einkehrt. So ganz nach dem Motto:
    "Das ihr da wart war schön und jetzt könnt ihr wieder gehn!"

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  3. Ja ja, die liebe Verwandschaft, man liebt sie, aber man haßt sie manchmal auch. ;-))

    Meine Eltern standen jahrelang zwischen den berühmten "Stühlen", das ging soweit, das ich und mein Bruder unsere Jugendweihe hätten getrennt feiern sollen. Was meine Eltern Gott sei Dank einstimmig abgelehnt haben. Haben sie uns aber auch erst Jahre später erzählt und noch ein paar andere Anekdoten. Erst nach dem Tod der "Drahtzieherin" hat sich´s ein wenig entspannt.
    Sollte nicht so sein, aber wir sind nun mal alle verschieden und da kann das eben nun mal so kommen. Man muß die Menschen nehmen, wie sie sind, es gibt keine anderen...! (Konrad Adenauer)

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  4. Ja die tollen Familienfeste.. ein Glück, dass wir nur zu meiner Seit hin feiern und nicht zur Schwiegerfamilie hin. Das hat sich erledigt, seitdem ich den Kontakt zur Schw.Mutter abgebrochen habe. Mein Mann geht "Frohe Weihnachten" wünschen, aber nur, wenn ich ihn auch schicke. Es bleibt immer noch seine Mutter!

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