Freitag, 13. Dezember 2013

Tierisch nahrhaft

Nun kennt ihr also auch unseren vierbeinigen Familienzuwachs, die schwule Männer-WG, die bei uns im Flur wohnt. Glücklicherweise haben sich Paterfelis und Felina bereit erklärt, sich um die biologische Entsorgung der Kameraden zu kümmern, falls mal wieder einer von ihnen das Zeitliche segnet. In der Vergangenheit hat sich das nämlich durchaus zum Problem entwickelt - da tauchten plötzlich ungeahnte Hürden bei den Bestattungsvorbereitungen auf.

Das erste Tier hatte sich am Auge verletzt, was wir leider zu spät bemerkten (zart Besaitete sollten an dieser Stelle aufhören zu lesen). Das Auge begann zu eitern und wir mussten mit ihm zum Tierarzt (letzte Möglichkeit zum Ausstieg aus dieser Geschichte, und sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt). Leider konnte der Arzt das Auge nicht mehr retten und musste es herausschneiden. Danach haben wir den Burschen wochenlang mit der Pipette gefüttert, natürlich mit spezieller Spezialnahrung für Einäugige! Ich habe mich bei dieser Prozedur regelmäßig in meine Schulzeit zurückversetzt gefühlt, denn das Zeug hat intensiv nach Heuaufguss gerochen (der durfte ja damals in keinem Biounterricht fehlen). Allen Bemühungen zum Trotz ist er dann aber doch gestorben. Dabei sollte er eigentlich noch im Fernsehen auftreten. Ich hatte nämlich einen Anruf bekommen, ob ich mit ihm an einer regional bekannten Tiersendung teilnehmen würde (ich konnte mich gerade noch so beherrschen).
Nun war er also tot und sollte unter die Erde. Es war Anfang Februar und das Thermometer zeigte seit Wochen zweistellige Minusgrade an. Der Boden war zentimetertief gefroren. Irgendwie gelang es meinem Mann dann aber doch, ein kleines Löchlein auszuheben, und das Tier bekam sein Grab mit Kreuz und allem drum und dran.

Einige Jahre später beschloss sein Lebensgefährte, ihm zu folgen. Es war Hochsommer, die Sonne knallte erbarmungslos und es war Tag und Nacht einfach nur unerträglich warm. Die Kinder waren im Zeltlager - für zwei Wochen. Wohin also mit dem Gesellen, ohne dass er vom Stand weg verwest wäre?! Uns blieb keine andere Möglichkeit, als ihn in einer große Tüte zu wickeln und - einzufrieren. So konnten wir die Trauerfeier bequem aufschieben, bis die Kinder zurück waren. Zweiter Schuhkarton, Erde drauf, neues Kreuz, Amen.

Ende gut, beinah alles gut, dennoch bin ich meinen beiden Blogfreunden sehr zu Dank verpflichtet, dass sie den nächsten Meersäuen ein kulinarisches Ende ermöglichen wollen. Ich bin auch bereit, Knäckebrot und Wurzeln beizusteuern.

Kommentare:

  1. Bei den südamerikanischen Ureinwohnern galten Meerschweine als Nahrungsmittel. Da muß man der Sache eben mal offen gegenüberstehen. ;-)

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  2. Gut, dass du zwei MeerschweinchenMännchen genommen hast. Ich habe für meine Kinder damals auch mal zwei "Männchen" angeschafft, die sich dann kurze Zeit später als Heteropärchen herausgestellt haben. So hatte ich dann innerhalb eines Jahres 11 wunderhübsche Exemplare dieser goldigen Tiergattung. Da hätte ich ja glatt ein Spezialitäten-Restaurant aufmachen können!

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  3. Booaaah... Das ist DIE Idee!! Laßt uns Meerschweinchen züchten und ein exotisches Restaurant eröffnen! Die Sturmtänzerin ist für's Züchten zuständig (scheint dafür ja ein Händchen zu haben), Tweety kümmert sich um die Lagerung und die Füllung, Paterfelis darf ungestört in der Küche 'rumwerkeln und ich mach das Tellertaxi und die Werbung. Das wird ein Riesenerfolg.... Oder so...
    Liebe Grüße von Felina, die jetzt mal die Pferde wieder einfangen geht, die da eben mit ihr durchgegangen sind.

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