Freitag, 10. Januar 2014

nicht für's Leben...

Da sich meine Tochter seit einer Woche mit einer hartnäckigen Erkältung herumschlägt, bekommt sie täglich die Hausaufgaben von ihrer Freundin frei Haus geliefert. Soeben ist der letzte Schwung hier eingetroffen. Für die nachzuschreibende Englischarbeit gab es dann auch noch schnell ein paar Geheimtipps.
Mir liegt noch das Mantra im Ohr, das die Lehrerin beim letzten Elternabend herunter betete: Das Schreiben der Wörter ist momentan noch vollkommen unwichtig, es wird ausschließlich auf das Mündliche Wert gelegt – Amen.
Warum nur wundert es mich nicht, dass in der Klassenarbeit dann doch das Schreiben der Tiere verlangt wurde, obwohl sie noch am Vortag mit dem Satz „Wer die Tier-Vokabeln kennt, ist auf der sicheren Seite“ Furore machte!? Zu allem Überfluss verirrten sich offenbar auch noch Schildkröten in den Test, nebst anderen Tieren, deren Vokabeln sie noch gar nicht hatten. Und da meine Tochter kein Ninja-Fan ist, wäre sie wohl auch nicht drauf gekommen.
Naja, Hauptsache, keiner der Schüler hat alles richtig, das wäre an dieser Schule ganz sicher der Supergau. Anders lässt sich diese systematische Demotivation der Kinder für mich nicht mehr schlüssig erklären. Oder wie mein Mann es neulich bei der Sachunterrichtshausaufgabe auf den Punkt brachte: "Da ist doch schon wieder klar, dass man auf keinen Fall alles richtig haben kann!" Es ging um elektrische Geräte, und die Unterteilung in solche, wo der Strom entweder Licht, Wärme oder Bewegung erzeugt. Also zum Beispiel Lampe + Strom = Licht, Toaster + Strom = Wärme oder Ventilator + Strom = Bewegung. So weit so toll, aber wohin gehört der Fernseher? Oder das Handy? Und das Aquarium? So ein Blödsinn – der einzige Sinn dieser Aufgabe besteht in der kompletten Verwirrung des Kindes. Danke, das ist zumindest wieder einmal hervorragend gelungen. Kein Wunder, darin haben sie ja Übung!

Zur Ablenkung werde ich mich gleich mal lieber über unseren Tannenbaum hermachen. Der muss nämlich an diesem Wochenende unsere Wohnräume endgültig verlassen. Seit einigen Tagen lässt er bedrohlich die verzierten Zweige herabhängen, so dass wir die leeren Kartons für den Weihnachtsschmuck eigentlich nur noch drunter zu halten brauchen, und die Kugeln rutschen von selbst hinein.
Aber so etwas Sinnvolles würde man in der Schule niemals lernen... :o)

Kommentare:

  1. Deine Art, den Tannenbaum abzuschmücken gefällt mir. - Bin ich froh, das ich mit meinen beiden Großen keine Hausaufgaben mehr machen, oder ihnen ein Butterbrot für die Uni schmieren muss! Es hat auch seine Vorteile, so alt wie ich zu werden. Und denke immer dran:
    Lehrer sind auch Menschen. Manche haben diesen Beruf auch nur ergriffen, weil sie es geil fanden, so viel Ferien zu haben. Pädagogen aus Leidenschaft sind Raritäten!

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    1. selten ja (leider), aber es gibt sie. Mein Sohn hat gerade einen handgeschriebenen Brief von seiner Englischlehrerin bekommen, die sich auf diese Art von allen ihren Schülern aus vier Klassen verabschieden hat, weil sie in den Mutterschutz geht. Sie hat sich die Mühe gemacht, für jedes Kind ein paar ganz persönliche Worte zu finden, über die jeweiligen positiven Eigenschaften des Kindes.
      So geht es eben auch!!

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