Donnerstag, 27. Februar 2014

geschenkt ist noch zu teuer

Konkurrenz belebt das Geschäft – was eigentlich ganz einleuchtend klingt, deckt sich nicht gerade mit meinen neuesten Erfahrungen. Meine Tochter als Vieltelefoniererin zu bezeichnen, hätte wahrscheinlich die Auszeichnung „Übertreibung des Jahres“ verdient. Aber auch Handyanfängerinnen und Neu-Simser haben doch ein Anrecht auf eine genügsame Nutzung ihrer Sim-Karte!?!
Im letzten Jahr bekam unsere Tochter zum Geburtstag ihr erstes Handy. Selbstverständlich gibt es überhaupt keinen plausiblen Grund dafür, dass ein zehnjähriges Mädchen ein eigenes Mobiltelefon besitzen müsste, da möchte ich nicht widersprechen. Die ersten elfeinhalb Monate hat das Teil dann auch sein Dasein größtenteils in irgendeiner Schublade in ihrem Zimmer gefristet, und wurde höchstens ab und an mal ausgegraben, um das eine darauf vorhandene grottenschlechte Spiel zu spielen.
Vor zwei Wochen habe ich ihr dann gezeigt, wie sie ihrer Freundin damit eine Textnachricht schicken kann, was sie dann in den darauffolgenden Tagen einige Male genutzt hat.
Von einer Stunde auf die andere hat das dann plötzlich nicht mehr funktioniert, am nächsten Tag konnte man nicht mal mehr das Guthaben abfragen.
Ein Anruf bei der EDEKA Mobil – Hotline ergab, dass die Karte angeblich aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde, da die Nummer nicht genutzt worden ist. Hm, es sollte doch möglich sein, jede Nutzung der Karte unverzüglich festzustellen, um dann eine anberaumte Sperrung zu stoppen?! Offenbar nicht. Ob eine erneute Freischaltung machbar wäre, sollte ich am nächsten Tag per E-Mail erfahren. Natürlich kam keine Mail, und ein nochmaliges Nachhaken bei einer der Hotline-Blondinen ergab, dass die Karte in den vergangenen 20 Stunden bereits einmal aktiviert, aber wieder deaktiviert worden sei, da wir in den ersten 24 Stunden dieser Freischaltung kein Guthaben aufgeladen hätten. Aaaaaaha. Bei EDEKA ticken die Uhren (und die Mitarbeiter) wohl ein bisschen anders...
Als die Dame merkte, was sie da gerade für einen Blödsinn geredet hatte, behauptete sie plötzlich, nach einem Jahr würde eine solche Karte grundsätzlich gesperrt (und die Nummer sei damit unwiderruflich futsch), wenn das darauf enthaltene Start-Guthaben bis dahin nicht verbraucht wäre. Das sei ja schließlich ein Geschenk!
Wenn man bei EDEKA so mit Geschenken umgeht, möchte ich lieber mit keinem EDEKA-Geschenk mehr beehrt werden! Und auf mein Restguthaben von 9,37 € verzichte ich dann auch. Das ist nämlich MEIN Geschenk. Und das dürfen sie in jedem Fall behalten.

Mittwoch, 26. Februar 2014

nächster Halt: Kleeblatt

Mein Sohn hat gerade begonnen, am Konfirmandenunterricht teilzunehmen. Aus unserer Familie ist eigentlich niemand außerordentlich gläubig, allerdings wüsste ich auch keinen, der etwas dagegen hätte. In der Familie meines Mannes ist es vielmehr so üblich, dass „man“ sich konfirmieren lässt, damit „die Leute“ zufrieden sind und niemand sich das Maul zerreißen kann. Zumindest nicht darüber.
Meine erste Ehe wurde noch vor dem Altar besiegelt, und obwohl der Mensch das, was Gott zusammengefügt hat, nicht trennen soll, wurden wir nur wenige Jahre später wieder geschieden.

Gilt das eigentlich auch im Umkehrschluss? Was Gott getrennt hat, das soll der Mensch nicht zusammenfügen? Mir kommt da gerade so ein Gedanke...
Es waren drei Königskinder, die hatten einander so lieb...

Vor einigen Jahrzehnten wuchsen in unterschiedlichen Teilen Deutschlands drei einigermaßen unscheinbare Mädchen auf, ohne auch nur das geringste voneinander zu ahnen. Vermutlich hat sich sogar irgendein höheres Wesen etwas dabei gedacht, die drei in gebührendem Abstand zueinander auf diesem Planeten zu platzieren, um keine ungewollte chemische, physikalische oder anderweitig ungeplante Reaktion hervorzurufen. Diese drei Menschenkinder waren definitiv nicht füreinander bestimmt.
Allerdings hatte das höhere Wesen seine Rechnung ohne die Erfindung des Internet gemacht, das dafür sorgen sollte, dass sich die Wege der Drei irgendwann eben doch kreuzen würden.

Nachdem sie Jahr um Jahr vor sich hin gelebt, gelernt und geliebt hatten, kamen sie aus unterschiedlichen Gründen auf die Idee, unabhängig voneinander auch noch vor sich hin zu bloggen. Und das Schicksal nahm seinen unaufhaltsamen Lauf.
Während es zwei der Damen im Laufe der Zeit an fast denselben Ort verschlagen hatte, fristete die Dritte im Bunde ihr Dasein am anderen Ende des Landes – mochte die Anziehungskraft auch noch so groß sein.
Frau F. und Frau T. beschlossen irgendwann, die göttliche Vorsehung zu ignorieren, um sich Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Entgegen den Wahrscheinlichkeiten der Natur kam es hierdurch nicht zur Überreizung der sie umgebenden Aura, und keiner der Beteiligten nahm irgendwelchen Schaden (wenn man die Kellner nicht mitzählt!).

Verständlicherweise wäre Frau S. ebenfalls sehr gerne in der Nähe gewesen, um diesem Event beizuwohnen, aber sie musste erst noch nach einem geeigneten Verkehrsmittel suchen, denn die Erfindung des Personen-Beamers steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen.
So ersann sie permanent neue Methoden, um Frau F. und Frau T. nahe zu sein.
Beim ersten Treffen reiste sie mit einem Ufo an, wurde jedoch von den Sicherheitskräften des örtlichen Flughafens auf dem Radar entdeckt und musste schnellstmöglich fliehen, um nicht ungewollt in die Fußstapfen des Kremlfliegers zu treten.
Für die zweite Verabredung dachte sie sich etwas ganz besonderes aus und erschien als Tiefdruckgebiet getarnt im Norden – leider am falschen Tag.
Der nächste Versuch endete in einem totalen Desaster: ihr Vorhaben, mit dem Fahrrad einzureisen, gipfelte in einer Zeitungsmeldung, die sie ohne Hose, mit halbem Kleid und einer ordentlichen Sektfahne zeigte. Wieder musste sie schnellstmöglich das Feld räumen, um nicht zum Stadtgespräch zu avancieren.
Im bisher letzten Anlauf näherte sich Frau S. mit ihrem Bollerwagen den beiden anderen, verfuhr sich jedoch beim Versuch, unterwegs irgendwo eine Weißwurst zu besorgen.
Vermutlich wird sie sich demnächst in den Zug setzen, denn glücklicherweise wohnt sie in diesem sagenhaften Ort, der es einem ermöglicht, an jeden beliebigen Fleck der Erde zu reisen, in pauschal sechs Stunden!
Bis es soweit ist (ich glaube in drei Trilliarden Sekunden), müssen die beiden Nordlichter noch ohne ihr bayerisches Pendant die Lokale unsicher machen. Aber dann hält sie auch keine göttliche Vorsehung mehr auf...

Freitag, 14. Februar 2014

...das Dressing für deinen Kopfsalat...

Wenn uns hier "auf'm Dorf" nach etwas Alkoholischem gelüstet, knallen wir uns nicht einfach plump die Birne dicht. Das wäre uns viel zu ordinär. Nein, zunächst suchen wir nach einer angemessenen Begründung, um uns ruhigen Gewissens ein Schlückchen zu genehmigen. Oder auch zwei. Auf einem Bein kann man schließlich nicht stehen - sagte der Tausendfüßler. Harhar.
Im Laufe der Zeit konnten wir somit eine von Generation zu Generation überlieferte Enzyklopädie der zu würdigenden Ereignisse zusammenstellen, die es uns zu so gut wie jedem Anlass gestattet - nein, eigentlich vorschreibt - Alkohol zu trinken. Normalerweise sind wir nicht so, also wir können auch ohne Alkohol Spaß haben, aber kein Alkohol ist ja schließlich auch keine Lösung.
Auf derartigen Gedanken basierend, sind wahnsinnig lustige Traditionen entstanden, bei denen der Alkohol gar nicht mehr wegzudenken ist, da man sie ohne den Genuss desselben überhaupt nicht aushielte!
Oder wer hat schon Lust, untätig dabei zuzusehen, wie ein nicht mehr ganz taufrischer Mann einen großen Platz fegt. Voller Kronkorken. Mit der Zahnbürste!? Eben.
An diesem Wochenende steht uns eine ähnlich tiefsinnige Prüfung bevor. Eine Horde erwachsener Menschen kommt an einem vereinbarten Treffpunkt zusammen, um Bollerwagen ziehend über Feld und Wiese zu laufen, an jeder Kreuzung anzuhalten und alberne Spiele zu spielen. Spaghetti in Makkaroni stecken, Bleistift am Band in Flasche bugsieren, mit Streichholz im Mund sprechen... Glaubt mir, das geht nur, wenn man sich unterwegs mit Schnaps immer wieder emotional festigt!
Während man so fröhlich vor sich hin torkelt, darf man auf keinen Fall darüber nachdenken, dass man diese ganzen Strapazen nur auf sich nimmt, weil am Ende eine deftige warme Mahlzeit wartet. Und weil 'vergessen' schon immer am besten mit Alkohol funktioniert hat, gibts dann auch schnell wieder ein Schnäpschen...


Sofern man das Glück hat, noch aufrecht gehend das Ziellokal zu erreichen, darf man sich nun mit ungefähr 699 anderen Bekloppten in einen Raum quetschen, wo man Rücken an Rücken auf Bierzeltgarnituren sitzt und sich massenabfertigen lässt. Sind die Kartoffeln durch, der Grünkohl ist heiß und das Fleisch genießbar - dann haste Glück gehabt. Ansonsten hilft ja immer noch weitersaufen!

Dienstag, 4. Februar 2014

Wink des Schicksals

So erlangt dieser Tortenheber nun also doch noch eine gewisse Berühmtheit. Was zunächst ganz lustig ist, mutiert dann aber - glaubt es mir - spätestens beim zehnten Tortenstück zu einer seeeeehr nervigen Angelegenheit. Seinen letzten Einsatz hatte er deshalb sicherheitshalber ohne Batterien - wir wollten ja niemanden vom Kaffeetisch vertreiben...

Entspannung geht jedenfalls anders, und davon habe ich mir gestern eine Portion gegönnt. Meine Freundin hatte mit ihren begeisterten Erfahrungsberichten mein Interesse für eine Hypnosepraxis geweckt, und ich war neugierig genug, mir dort einen Termin geben zu lassen. Gestern habe ich mich dann in die Macht, Worte und Hände dieses Mannes fallen lassen und mich auf die Suche nach meinem Unterbewusstsein begeben. Während ich der dahinplätschernden Musik und den beruhigenden Worten lauschte und allmählich in mich hinein sank, dachte ich noch: "Hm, das hab ich mir ja komplett anders vorgestellt, scheint bei mir nicht zu funktionieren... naja, nehm ich es einfach als schöne Entspannung".
Aber als er mich langsam in den kompletten Wachzustand zurückholte, konnte ich nicht verhindern, dass sich ein zufriedenes honigkuchenpferdoides Grinsen auf meinem Gesicht breit machte und mich eine wohlige Zufriedenheit ausfüllte. Herrlich, so vollkommen ausgeglichen habe ich mich schon viel zu lange nicht mehr gefühlt. Fröhlich pfeifend verließ ich die Praxis und konnte nur mit Mühe meinen Impuls unterdrücken, allen Menschen um mich herum freundlich zuzuwinken.
Kaum vorstellbar, dass dieser Glücksflash lange anhält, aber ich genieße es einfach mal, solange es dauert. Winke winke....

Montag, 3. Februar 2014

where have all the tortenhebers gone

Wäre ich am Wochenende nicht dem Bhagwan verfallen, so wäre die Lücke in meinem Hausstand womöglich nie entdeckt worden. Normalerweise begnüge ich mich damit, meinen Gästen eine überschaubare Menge an Kuchen und Torten anzubieten. Dieses Mal hatte ich mich etwas mehr verausgabt und benötigte daher vier Tortenheber für meine Kaffeetafel. Selbstverständlich kann man sich das Backwerk auch mit anderen Hilfsmitteln auf den Teller laden, aber wozu hat man diese zweckgebundenen Gerätschaften schließlich in der Schublade herumliegen, wenn sie dann ihren alljährlichen Einsatz auch noch verpassen?! Also begab ich mich (zugegebenermaßen nicht besonders frühzeitig) auf die Suche nach ebendiesem Besteck - in der sicheren Annahme: "Du weißt ganz genau, wo die Dinger liegen!" Drei waren auch, nachdem ich nur wenige Minuten in der Küchenschublade herumgewühlt, mir die Schaschlikspieße ein paar Mal in die Finger gebohrt, mich über einige wiedergefundene Utensilien gefreut und mich ausgiebig der vielen Krümel geschämt hatte, also quasi ohne großen Aufwand, auffindbar. Der vierte blieb verschollen. Ohne zu prahlen möchte ich kurz erwähnen, dass ich noch im Besitz eines weiteren Tortenhebers bin (nein, zu meinen Hobbies würde ich das Tortenhebersammeln nicht zählen!), allerdings handelt es sich um ein etwas albernes Exemplar, das auf Knopfdruck 'Happy Birthday' dudelt, was irgendwann nicht mehr wirklich angenehme Gefühle im Ohr auslöst. Also wollte ich diesen einen, ganz bestimmten Tortenheber auf dem Tisch haben, und zwar den Zwilling von ihm hier:
Trotz intensiver Nachforschungen, wiederholter Probebohrungen in diversen Sammelschubladen und Kreuzverhören bei jedem einzelnen Familienmitglied blieb das Teil jedoch verschwunden. Mittlerweile haben wir auch an den abwegigsten Stellen gesucht, allerdings befürchte ich inzwischen, dass das Ding eventuell beim Entsorgen eines Resttortenstückes mit im Abfall gelandet ist. Wobei es in unserer Familie eigentlich ausgeschlossen werden kann, dass sowas wie Torte oder Kuchen NICHT restlos verzehrt wird.... hmm, komisch.
Ungefähr so rätselhaft wie das spurlose Verschwinden einiger Gläser von unserem Gartentisch. Vor ein paar Jahren verlor sich die Spur von vier Trinkgläsern in unserem Garten, nachdem ich sie zuletzt auf dem Tisch auf unserer Terrasse lebend gesehen hatte.

Offenbar gibt es nicht nur im Weltall diese alles verschlingenden schwarzen Löcher. Jegliche Suche nach den vier Vermissten blieb erfolglos, auch Scherben fand man nicht. Der Verdacht, eines der Kinder könnte sie mit in die Sandkiste entführt haben, ließ sich ebenfalls nicht erhärten, sie sind bis heute verschollen (nur die Gläser, nicht die Kinder).
An's Sockenmonster glaube ich nicht, aber das Äquivalent mit einem ausgeprägten Faible für Glas und Plastik scheint bei uns sein Unwesen zu treiben...