Mittwoch, 26. Februar 2014

nächster Halt: Kleeblatt

Mein Sohn hat gerade begonnen, am Konfirmandenunterricht teilzunehmen. Aus unserer Familie ist eigentlich niemand außerordentlich gläubig, allerdings wüsste ich auch keinen, der etwas dagegen hätte. In der Familie meines Mannes ist es vielmehr so üblich, dass „man“ sich konfirmieren lässt, damit „die Leute“ zufrieden sind und niemand sich das Maul zerreißen kann. Zumindest nicht darüber.
Meine erste Ehe wurde noch vor dem Altar besiegelt, und obwohl der Mensch das, was Gott zusammengefügt hat, nicht trennen soll, wurden wir nur wenige Jahre später wieder geschieden.

Gilt das eigentlich auch im Umkehrschluss? Was Gott getrennt hat, das soll der Mensch nicht zusammenfügen? Mir kommt da gerade so ein Gedanke...
Es waren drei Königskinder, die hatten einander so lieb...

Vor einigen Jahrzehnten wuchsen in unterschiedlichen Teilen Deutschlands drei einigermaßen unscheinbare Mädchen auf, ohne auch nur das geringste voneinander zu ahnen. Vermutlich hat sich sogar irgendein höheres Wesen etwas dabei gedacht, die drei in gebührendem Abstand zueinander auf diesem Planeten zu platzieren, um keine ungewollte chemische, physikalische oder anderweitig ungeplante Reaktion hervorzurufen. Diese drei Menschenkinder waren definitiv nicht füreinander bestimmt.
Allerdings hatte das höhere Wesen seine Rechnung ohne die Erfindung des Internet gemacht, das dafür sorgen sollte, dass sich die Wege der Drei irgendwann eben doch kreuzen würden.

Nachdem sie Jahr um Jahr vor sich hin gelebt, gelernt und geliebt hatten, kamen sie aus unterschiedlichen Gründen auf die Idee, unabhängig voneinander auch noch vor sich hin zu bloggen. Und das Schicksal nahm seinen unaufhaltsamen Lauf.
Während es zwei der Damen im Laufe der Zeit an fast denselben Ort verschlagen hatte, fristete die Dritte im Bunde ihr Dasein am anderen Ende des Landes – mochte die Anziehungskraft auch noch so groß sein.
Frau F. und Frau T. beschlossen irgendwann, die göttliche Vorsehung zu ignorieren, um sich Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Entgegen den Wahrscheinlichkeiten der Natur kam es hierdurch nicht zur Überreizung der sie umgebenden Aura, und keiner der Beteiligten nahm irgendwelchen Schaden (wenn man die Kellner nicht mitzählt!).

Verständlicherweise wäre Frau S. ebenfalls sehr gerne in der Nähe gewesen, um diesem Event beizuwohnen, aber sie musste erst noch nach einem geeigneten Verkehrsmittel suchen, denn die Erfindung des Personen-Beamers steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen.
So ersann sie permanent neue Methoden, um Frau F. und Frau T. nahe zu sein.
Beim ersten Treffen reiste sie mit einem Ufo an, wurde jedoch von den Sicherheitskräften des örtlichen Flughafens auf dem Radar entdeckt und musste schnellstmöglich fliehen, um nicht ungewollt in die Fußstapfen des Kremlfliegers zu treten.
Für die zweite Verabredung dachte sie sich etwas ganz besonderes aus und erschien als Tiefdruckgebiet getarnt im Norden – leider am falschen Tag.
Der nächste Versuch endete in einem totalen Desaster: ihr Vorhaben, mit dem Fahrrad einzureisen, gipfelte in einer Zeitungsmeldung, die sie ohne Hose, mit halbem Kleid und einer ordentlichen Sektfahne zeigte. Wieder musste sie schnellstmöglich das Feld räumen, um nicht zum Stadtgespräch zu avancieren.
Im bisher letzten Anlauf näherte sich Frau S. mit ihrem Bollerwagen den beiden anderen, verfuhr sich jedoch beim Versuch, unterwegs irgendwo eine Weißwurst zu besorgen.
Vermutlich wird sie sich demnächst in den Zug setzen, denn glücklicherweise wohnt sie in diesem sagenhaften Ort, der es einem ermöglicht, an jeden beliebigen Fleck der Erde zu reisen, in pauschal sechs Stunden!
Bis es soweit ist (ich glaube in drei Trilliarden Sekunden), müssen die beiden Nordlichter noch ohne ihr bayerisches Pendant die Lokale unsicher machen. Aber dann hält sie auch keine göttliche Vorsehung mehr auf...

Kommentare:

  1. Dann erscheinst du eben langsam. Langsam, aber gewaltig.

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    1. ich bin doch schon da :o) aber wir finden schon noch zueinander, sooo tief kann das Wasser gar nicht sein

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  2. Pah...Was ist denn schon göttliche Vorsehung im Vergleich zu dreifach geballter Mädelspower, liebe Tweety? Da müssen sich sämtliche Kellner in dieser seltsamen, aus beiden Richtungen sechs Bahnstunden entfernten Ortschaft an diesem komischen Fluss aber gaaaanz warm anziehen...
    Liebe Grüße von Felina, die am Wochenende mal die Zugtickets organisiert.... Obwohl...Vielleicht doch lieber middem Tandem?

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    1. ich bin gaaaanz schlecht im Kartenlesen. Und mit Navis hab ich auch so meine traumatischen Erfahrungen gemacht... wir nehmen die 9-Stunden-Verbindung, die ist so schön teuer und man darf ein paar Bahnhöfe unterwegs besichtigen ;-) außerdem können wir uns dann schon mal ein Schlückchen Sekt gönnen :-9

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  3. Ja, ja, ich gewöhne mich besser schon mal daran, dass ich beim Kleeblatt die Rolle der komischen Alten bekomme in unserem gemeinsamen Film, den das Leben so schrieb! Aber Weißwürste werde ich mit Sicherheit nicht mitbringen und ohne Hose radel ich auch nie wieder. Muss man echt jetzt schon Zugkarten kaufen - *Panik In The Face*? Die werden doch wohl nicht schon so bald ausverkauft sein?

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    1. ich würde dich eher als ausgesprochen kreativ bezeichnen. Spielen wir dann etwa den Film 'Golden girls reloaded'?
      Ich glaub nicht, dass man die Karten schon kaufen MUSS, aber mir persönlich ist es lieber, als wenn Felina jetzt doch ein Tandem kaufen würde...

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    2. Tandem kommt billiger, oder? Muss gleich mal nachsehen, ob ich für meine 6 Stunden genauso viel bezahlen muss, wie Ihr für Eure!

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  4. Das wird bestimmt ein tolles Wochenende!!!

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