Mittwoch, 31. Dezember 2014

100. Eintrag, noch in diesem Jahr...


So, liebe Leute, was uns vor 365 Tagen als Wundertüte 2014 überreicht wurde, liegt nun so gut wie restlos entleert vor unseren Füßen und will at acta gelegt werden. Grund genug, noch einmal das bunte Sammelsurium zu betrachten, das sich im allgemeinen und bei Familie Blockvogel im speziellen so angesammelt hat.

Grundlegend und ziemlich einschneidend hat sich die Beziehung zu meiner leiblichen Mutter entwickelt, und zwar zum positiven. Wir sehen uns regelmäßig, quatschen, frühstücken zusammen oder gehen ins Theater, was eine ungeahnte Bereicherung in meinem Leben darstellt.

Ein absolutes Highlight des abgelaufenen Jahres war zweifellos die Hochzeit meines Patenkindes, wenn auch nur die Tatsache an sich, nicht deren Umsetzung, wie man sich hier möglicherweise erinnert.

Neben kleineren persönlichen Rückschlägen, wie dem Eingestehen der eigenen Lesebrillentragenotwendigkeit, sowie mittelschweren Schutzengel-Ausfällen, beispielsweise beim Zahnverlust meiner Tochter, überwogen aber doch die erfreulichen Dinge, die das vergangene Jahr zierten.

Bei drei wunderschönen K-Reisen habe ich ein bisschen mehr von meinem Heimatland gesehen, und in zwei Fällen war ich mit insgesamt drei Bloggerfreundinnen unterwegs.
K1: Koblenz, so ein lustiger Ausflug in eine wunderschöne Gegend, und ich sehe mir immer wieder gerne die Fotos an...
K2: Kühlungsborn. Mit der ganzen Vogelfamily an der Ostsee bei traumhaftem Wetter hatten wir jede Menge Spaß und konnten unsere Akkus wieder auffüllen.
K3: Kassel, ebenfalls mit einer lieben Blogfreundin, ein tolles Wochenende, das unbedingt nach Wiederholung schreit!

Und selbst die niederschmetternden Erlebnisse, die mich nachdenklich oder ängstlich gestimmt haben, lassen im Nachhinein positive Sichtweisen zu. Der LKW-Unfall, den mein Mann im Frühjahr hatte, und bei dem eine ältere Radfahrerin neben seinem Fahrzeug stürzte, hätte noch wesentlich schlimmer ausgehen können – vielleicht hat der Schutzengel gar nicht geschlafen sondern eine Katastrophe verhindert!?

Am Schulwechsel unserer Tochter gibt es definitiv nichts zu rütteln. Eine tolle Leistung, die sie da vollbracht hat, und die ihr noch vor einigen Jahren kaum jemand zugetraut hätte.

Soeben habe ich noch einen kleinen Endspurt hingelegt, denn mir ist die unliebsame Post wieder eingefallen, die uns kurz vor Weihnachten erreichte. Das Finanzamt möchte unsere Einkommensteuererklärung bis zum 2. Januar auf dem Tisch haben – wo sie zweifellos erst mal einige Monate unbearbeitet ihr Dasein fristen muss. 

Der Umsichtigkeit der Behörde sei Dank, ich habe die Daten eingepflegt und mein Mann hat den Umschlag zur Post gebracht, so dass uns für dieses Mal eine Punktlandung geglückt sein dürfte – vorausgesetzt es landet kein Böller im Briefkasten...

Nun kann die Party starten, unser überschaubares Sortiment an spaßverstärkenden Maßnahmen fiebert schon seiner Verwendung entgegen,

während die Kids draußen bereits ausprobieren, ob die Knaller auch laut genug sind, wie es sich anhört wenn man einen in den Gully wirft und ab wann die Nachbarn wohl rauskommen und meckern.

Der Bio-Partykracher in diesem Jahr geht an die Tiere, die schon mal mit der Feierei angefangen haben – mit essbaren Luftschlangen aus der Apfelschälmaschine.

Was gäbe es noch zu sagen? Ich hoffe natürlich, wie wir alle, auf ein gesundes, zufriedenstellendes Glück und Segen bringendes neues Jahr, ich wünsche mir, dass die schönen Dinge so bleiben wie sie sind bzw. sich weiter entwickeln, dass die Menschen, die uns am Herzen liegen, in unserer Nähe bleiben, dass wir alle von großen Katastrophen und Schicksalsschlägen verschont bleiben, und dass wir es schaffen, all das Positive und Schöne in unserem Leben zu schätzen, niemals als selbstverständlich anzusehen und uns daran zu erfreuen.
Allen meinen lieben Lesern einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!
wir lesen uns...

Freitag, 26. Dezember 2014

Eulerei

Man muss ja so aufpassen, was man sagt, wenn man eine aufmerksame Freundin an seiner Seite hat. Da bummele ich gedankenverloren durch die Innenstadt, mein Sprechapparat funktioniert quasi ohne mein Zutun (was sich noch als fatales Talent herausstellen sollte...), und genieße die freie Zeit mit meiner Freundin, soweit das weihnachtliche Gedränge, die anstrengende Musik und die Temperaturschwankungen es zulassen. Das dringende Bedürfnis, sich den Wintermantel beim Betreten eines Gebäudes vom Leib zu reißen, wechselt sich kontinuierlich ab mit dem Gefühl des Schockfrostens, sobald man wieder einen Fuß vor die Tür setzt. Trotzdem schlendern wir durch kitschbeladene Läden, die ausschließlich unnützes Zeug verkaufen, und mein Mund faselt irgendwas von Eulen. In letzter Zeit kann man ja kein Glas, keine Spülbürste, keinen Schuhanzieher mehr bekommen, auf dem nicht mindestens eines dieser bescheuerten Tiere abgebildet ist. Mich nerven bunte Eulen. Eulen sind nicht bunt, die sind grau oder braun, jedenfalls irgendwie unscheinbar und gar nicht farbenfroh. Eulen sind unansehnliche Geschöpfe, die nicht dazu bestimmt sind, uns dekorativ von irgendwelchen Tortenhebern anzugrinsen. Eulen hängen auch nicht vor dem Fenster - außer bei uns. Wir haben nämlich welche zum Hochzeitstag bekommen, von unseren Kindern. Und egal, wie unnötig ein Geschenk von deinem Kind ist, du wirst es benutzen, aufstellen, an den Kühlschrank kleben oder schlimmstenfalls auch anziehen. Insofern hatten wir Glück. Die Eulen wollen wirklich nur hängen.
Da ich aber meinem Unmut zügellos Ausdruck verliehen hatte, löste das bei meiner Freundin den klassischen weiblichen Merkreflex aus und sie notierte sich auf ihrem imaginären Notizblock: "Eule für Vogel zu Weihnachten". Und so nahm das Schicksal seinen Lauf...
Der Postbote brachte mir ein Päckchen, das gut getarnt unter vielen liebevoll erwählten Geschenken auch eine, wie sie es nannte, Quotenscheußlichkeit, enthielt. Die machte ihrem Namen allerdings alle Ehre. Ich brachte es dennoch nicht fertig, sie aus Versehen und ganz ungeschickt fallen zu lassen. Kurz überlegte ich, sie zu verlegen, aber bei meinem Glück hätte ich sie ja doch über kurz oder lang versehentlich wiedergefunden. Also kam sie an den Baum. Da sollte sie sich ja eigentlich halbwegs wohl fühlen. Tat sie aber nicht, seht selbst:

Oder findet ihr, dass SO eine glückliche Eule aussieht? Bzw. ein zufriedener schwuler Eulerich?
Nee, sie muss die Abneigung gespürt haben, die von uns ausging. Und das möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen: wir waren uns in diesem Gefühl durchaus einig, und es gelang keinem von uns, sich diesem Wesen emotional anzunähern.

Keine Angst, es ist ja Weihnachten, und ich würde niemals eine Geschichte erzählen, die kein gutes Ende nahm, nicht heute!
Vorhin betrat meine Freundin unser Wohnzimmer, erblickte die grazile Eulenschwuchtel und war spontan verliebt. Schnell, bevor sie es sich anders überlegen konnte, rupfte ich das Tier von unserem Baum und drückte es ihr, so fest es seine körperliche Beschaffenheit zulässt, in die Hände.
Sie fuhr dann sehr beseelt nach hause, und ich habe heute gleich zwei Lebewesen auf einen Schlag glücklich gemacht.
Hier strahlt er doch schon deutlich mehr, oder? Und ich darf ihn auch jederzeit besuchen...

Sonntag, 14. Dezember 2014

nochmal nochmaal nochmaaal

Gestern hat mein Lappi ein äußerst kindliches Verhalten an den Tag gelegt. Die Rede ist hier nicht von meinem gezähmten semi-kultivierten Ehemann, liebe Sturmtänzerin, sondern von einem Laptop.
Immer wieder zeigte er großen Spaß daran, sich hochzufahren, diesen Vorgang dann mittendrin abzubrechen und mir gleich im Anschluss daran zu versprechen, dass er nun selbsttätig das System checken und nach einer Lösung suchen würde. Mein grenzenloses Vertrauen in technische Geräte ist weder ein genetisch bedingter Geburtsfehler noch ein beharrlich anerzogener Irrglaube. Er ist ein Resultat aus dem Mangel an Alternativen und dem Mut der Verzweiflung. Welche Wahl hat jemand, dem jeglicher Draht zum sensiblen Innenleben eines PC fehlt - also ich? Solange ich es nicht besser weiß, glaube ich fast jeden Blödsinn, der mir auf dem Bildschirm verkündet wird. Du suchst nach einer Lösung? Oh bitte, gerne, du kannst das sicher besser als ich.
Weit gefehlt, leider, der Computer war zu überhaupt gar nichts in der Lage, außer vielleicht, sich gefühlte 200 Male hoch und runter zu fahren, stets begleitet von seinen hoch-und-heiligen Schwüren, sich jetzt aber wirklich der Eliminierung des Fehlers zu widmen.
Nix da, in Wirklichkeit war das alles reine Schaumschlägerei und Hinhaltetaktik, und hätte ich nicht wagemutig eingegriffen, säße ich immer noch daumendrückend und fiebernd davor, in dem festen Glauben, dass das 201. Mal nun den erwünschten Effekt erbrächte.
Stattdessen habe ich eine dieser bei Strafe verbotenen F-Tasten gedrückt, die einem während des Startvorganges präsentiert werden - obwohl man sie ja nie und nimmer, nicht mal im ausweglosesten Zustand, benutzen soll. Kaum eine halbe Stunde später hatte ich meinen jungfräulichen Computer zurück, wie Aldi ihn einst schuf.
Futsch alle meine Fotos und Dateien, in weiter Ferne sämtliche jemals heruntergeladenen Programme. Aber dafür hatte ich etwas viel besseres, wie sich nach und nach herausstellte.
Zum Beispiel präsentiert sich meine Blogger-Startseite nun in völlig neuem Look, und auch meine Follower weilen nicht länger im Verborgenen, nein, ich kann sehen, wer meinen Blog liest.
In diesem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass während meiner letzten längeren Blogpause einige hier das Weite gesucht oder ihren Blog privat geschaltet haben (wheeler, wo bist du? rotzlöffelchen, darf ich dich nicht mehr besuchen?)
Was habe ich daraus gelernt? Wer nicht viel weiß, kann auch nichts kaputtmachen? Oder doch eher: Selbsternannte Computerfachleute drücken auch nur Knöpfe, bis es klappt? Wahrscheinlich haben viele von ihnen nicht wirklich eine Ahnung davon, was sie gerade tun, aber immerhin treten sie überzeugend genug auf.
Also, was ich eigentlich sagen wollte, wenn mal jemandem ähnliches mit seinem technischen Equipment widerfährt, fragt mich doch einfach, ich krieg das schon wieder hin

Mittwoch, 10. Dezember 2014

so 'n Mifft

Freie Vormittage dienen bei mir gewöhnlich dazu, möglichst viele Aufgaben hineinzuzwängen, die ich an allesamt NICHT erledigen werde. Heute wollte ich Fotos in Kalender kleben, die die liebe Verwandtschaft alljährlich (mittlerweile aus Gewohnheitsrecht) zu Weihnachten ordert.
Einer DVD hatte ich die Aufgabe übertragen, diese eher anspruchsarme Beschäftigung etwas aufzuwerten. Seit geraumer Zeit okkupiert mich allerdings der Verdacht, irgend jemand könnte mein Vorhaben sabotieren, da die Anfänge des Filmes geradezu magische Auswirkungen auf das Klingeln unseres Telefons ausüben. Nicht dass da ein erkennbarer logischer Zusammenhang bestünde, aber sobald ich über die ersten 15 Minuten hinauszukommen drohe, fällt einem mir nahestehenden Menschen ein, dass er mich schon lange nicht mehr angerufen hat.
Ich hatte den Versuch, mir diese Teenie-Vampirgeschichte anzusehen, schon fast zu den Akten gelegt, aber wie bereits erwähnt, startete heute vormittag eine weitere Mission... bissss zum Anruf...
Meine Tochter musste vorzeitig von der Schule abgeholt werden, da sie in die Ausholbewegung eines Jungen geriet, der seinem Kumpel gerade eine verpassen wollte. Mit der Krücke.
Nun sieht mein Mädel aus, als hätte sie ne dicke Lippe riskiert, und außerdem sind drei Zähne abgebrochen.
Nifft fön, sag ich euch...
Der Krückenschwinger kann mal froh sein, dass er schon vollkommen zerknirscht ist. Sonst hätt' ich vielleicht auch geschaut, wie ihm ein paar Zähne weniger so zu Gesicht stehen...
Keine Angst, in Wirklichkeit bin ich ja viel zu friedliebend für derlei Racheakte! Aber vielleicht wird in Zukunft die Krücke auch bei meiner Tochter zur schulischen Standardausrüstung gehören...

Montag, 1. Dezember 2014

Nur für Mädchen

Frauen gehen zusammen aufs Klo, oder fahren ein paar Tage gemeinsam an absurde Orte, um dort ein Quatsch- und Lästerwochenende zu verbringen.



Vor lauter Weinseligkeit hätten wir es ja fast nicht mehr bis hoch in unsere Loge geschafft
aber dann gabs doch noch jede Menge Spaß.
Meine Freundin glaubt, ich hätte ihr versprochen, nichts darüber in meinem Blog zu schreiben, aber da irrt sie - also kann ich es ruhig breit treten.
Jetzt wo sie offiziell getrennt ist, kann ich mich ja mal ganz unverbindlich nach einem neuen Mann an ihrer Seite umsehen, und da kam mir die Männergruppe am Nachbartisch, abends beim Italiener, gerade wie gerufen. Es gab eigentlich nur ein einziges Exemplar, das man als weitgehend in Frage kommend bezeichnen hätte können (fand ich jedenfalls), aber ihr war "er", ich zitiere "zu hamsterbackig" (dabei hat er nur grad gekaut!). Das muss man sich mal bitte vorstellen, da unterdrücke ich ihretwegen extra meinen Ignorier-Impuls, um die Teilnehmer dieser fragwürdigen Veranstaltung im einzelnen unter die Lupe zu nehmen (zu deutsch: ich starre ungeniert rüber), und dann sowas. Pppph, er ist der Dame zu hamsterbackig. Ja was will sie denn? Eingefallene Seitenwände, so als ob Opa seine Dritten verlegt hat!?!? Unglaublich!
Okay, ich muss gestehen, es gab später noch einige Abzüge in der B-Note, da er permanent zur Toilette rannte. Was daran so schlimm ist? Halloooo, Bulimieverdacht?

Okay, wahrscheinlich interessiert es die wenigsten, denn wir haben den Kerl dann doch bei seinesgleichen zurückgelassen, oder ehrlicherweise muss man wohl sagen, ER ließ UNS zurück.
Macht aber nichts, wir hatten ja auch noch Kulturprogramm.

Lobenswerterweise hat meine Freundin im Vorfeld die Streberin gespielt und alles Wissenswerte zur Stadt Kassel herausrecherchiert. Das war gar nicht mal so viel, könnte man jetzt sagen...
Wir haben uns dann ganz spontan für das einzige Wahrzeichen entschieden und uns zur Wilhelmshöhe aufgemacht.
Die besten Bilder gelingen ja immer jenseits der Absperrungen, aber beim Aquädukt wurde mir dann doch wohlmeinendes Begehungsverbot ausgesprochen, also hier nur aus der Ferne:

 Obwohl der Weihnachtsmarkt ganz unter dem Motto "Märchen" abgehalten wurde, wollten wir uns lieber nicht wie Hänsel und Gretel im Wald verlaufen und drehten sowohl vor Einbruch der Dunkelheit als auch vor Erreichen des Herkulesdenkmals um.
Zahlreichen weiteren Hindernissen und Gefahren zum Trotz kamen wir tatsächlich irgendwann wieder im Hotel an - dort durften sich unsere Begleiter dann ausruhen
während wir ja noch den Apfel-Zimt-Glühwein testen mussten.

Fazit:
* Im Restaurant Pinocchio ist der Name Programm, man bekommt nur ne lange Nase gezeigt
* In der Straßenbahn wirds nie langweilig
* Der Weihnachtsmarkt schließt um 22 Uhr
* Zum Frühstück gibts O-Saft aus Eimern
* Nordlichter müssen immer eine Etage tiefer wohnen, auch wenn ihr Zimmer direkt gegenüber liegt
*kleine Menschen machen Fotos aus anderer Perspektive als ihre großen Freundinnen...
macht aber nix, war trotzdem schön! Machen wir bestimmt mal wieder!