Montag, 18. Juni 2018

küssen kann man nicht alleine

Manche Menschen sind so egoistisch und rücksichtslos, dass sie die Dinge immer nur aus ihrer eigenen Sicht betrachten. Sie kämen überhaupt nicht auf den Gedanken, sich zu fragen, wie ihr Gegenüber damit umgeht, was ihre Aussagen oder Handlungen beim anderen auslösen oder allgemein anrichten.

Lass dich nicht mit einem rücksichtslosen Menschen ein, wenn du dir nicht sicher bist, dass du das aushältst. Wenn du weißt, dass Gefühle keinen Regeln gehorchen, keine Befehle befolgen oder nach Logik und Wunsch entstehen oder ausbleiben.
Halte dich fern von einem Menschen, der dich nur als Ergänzung seines Alltags sieht, denn er wird dich benutzen und wegwerfen, wenn nichts mehr von dir übrig ist, womit er etwas anfangen kann. Er wird sich nicht für dich interessieren, für deine Wünsche, Vorlieben und Ideen, für das was dir passiert ist und wofür du brennst, für deine Erlebnisse und die Dinge, über die du dir Gedanken machst. Er wird stets bestimmen, wann und wie lange euer Kontakt dauert, und wie viel Zeit er für dich erübrigen kann.

Es gibt Menschen, an denen haben die Therapeuten offenbar ganze Arbeit geleistet. Die haben das "an SICH denken" bis zur Perfektion verinnerlicht und leben es bis hart an die Kotzgrenze. Während sie fortwährend "an sich" denken, um sich "zu schützen", werden sie sich der Absurdität ihres Mantras nicht bewusst. Die Logik hinter dem exzessiven egozentrischen Gedanken würde es verbieten, Menschen aus dem eigenen Umfeld von den Dingen auszuschließen, an die man denken darf. Denn wer, wenn nicht diese Menschen, die einem etwas bedeuten, einen Wert im eigenen Leben haben, es bereichern und verschönern, wer wäre besser geeignet als Projektionsfläche der eigenen Gedanken?! Wenn man sich selbst verbietet, an jemanden zu denken, den man mag, und stattdessen immer nur an sich denkt, wird man sich ewig wortwörtlich "um sich selbst" drehen. Wie soll man einen Kreislauf durchbrechen, in dem man nicht nur die Haupt- sondern gleichzeitig die einzige Person ist?!

Ich wünsche diesen Menschen, dass sie irgendwann das Potential erkennen, das in manchen Dingen gesteckt hat. Dass sie die Möglichkeiten sehen, die sich daraus vielleicht ergeben hätten. Dass sie begreifen, welche Chancen sie gehabt hätten, wenn sie einen Blick gewagt hätten. Und ich wünsche mir, dass sie es irgendwann bereuen, nicht an ihre Mitmenschen geglaubt zu haben.

Für mich selbst habe ich beschlossen, dass ich kein Pausenclown mehr bin, niemandes Überbrückungsmusik, kein Wartezeitversüßer, weder Lückenfüller noch Langeweilevertreiber. Und auch nicht jedermanns Kummertante oder Seelentröster. Ich frage mich nicht mehr, warum sich manche Menschen bei mir melden, sporadisch oder nach Ewigkeiten erneut, und warum andere plötzlich schweigen. Es spielt keine Rolle für mein Leben, denn am Ende bedeutet es nur, dass sie kein Teil davon sein möchten. Und dann ist das eben so.


1 Kommentar:

  1. Eine starke Ansage zum Schluss, ich wünsche Dir Kraft dafür. Liebe Grüße, Pirandîl

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