Seit Freitagnachmittag schwebe ich quasi im luftleeren Raum, zwischen letztem und erstem Arbeitstag, altem und neuem Chef, Niedersachsen und Bremen, Ende der Fahnenstange und Neubeginn.
Ich warte noch darauf, dass sich unter den Cocktail aus Neugier und Aufregung auch noch eine Prise Wehmut mischt, vielleicht der Wunsch verirrt, doch noch einmal den Rückwärtsgang einlegen zu können, oder Bereuen und Angst meine Freude und Euphorie dämpfen. Aber das passiert nicht. In den letzten Wochen an meinem bisherigen Arbeitsplatz habe ich jeden Tag noch einmal die stumme Bestätigung erhalten: "Du hast alles richtig gemacht!"
Als Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer Mamazeit, die länger war als geplant, war dieser Job zunächst perfekt, entpuppte sich aber im Laufe der Jahre mehr und mehr als Sackgasse.
Statt meine Entscheidung anzuzweifeln, tauchen immer mehr verdrängte Unmöglichkeiten und Gemeinheiten wieder aus den hintersten Ecken meines Gehirnes auf, wohin ich sie verschoben hatte, um möglichst viel davon zu verdrängen. Aber das Grundgefühl ist geblieben und ließ sich nicht wirklich leugnen oder schönreden.
Am Ende war mein unmittelbarer Kollege der einzige Grund zu bleiben - leider hat auch das schließlich nicht mehr ausgereicht. Ob ich es noch einmal schaffe, mit jemandem so grandios zusammenarbeiten zu können, weiß ich nicht. Im Moment erscheint mir das unvorstellbar, es hat einfach viel zu gut gepasst und harmoniert. Von denselben Fressattacken ferngesteuert, den gleichen unmöglichen Humor geteilt, einander ohne Worte zugearbeitet, im richtigen Moment geschwiegen, gesprochen, aufgeheitert, zurechtgewiesen oder gebeichtet - und auch nach Jahren noch nicht auf die Nerven gegangen (ich hoffe doch, ihm ging es genauso!).
An meinem letzten Arbeitstag sollte ich nun doch noch meine Nachfolgerin ein wenig einweisen, was in vier Stunden ein mehr als nur utopisches Vorhaben wäre. So habe ich es auf das Allernötigste begrenzt, sie hatte es dann auch eilig, nach Hause zu kommen, strahlte aber eine Souveränität und Sicherheit aus, die ich - Kompetenzen hin oder her - für unangebracht gehalten habe. Da aber auch mein Exchef die Meinung vertrat, eine Einarbeitung sei nicht notwendig, werden die beiden schon wissen, was sie sich da vorgenommen haben.
Mein Zeugnis durfte ich mir selber schreiben, und es wurde dann auch anstandslos so unterzeichnet. Nicht dass ich es momentan bräuchte, aber schaden kann es ja nie, ein paar schriftlich auf mich angestimmte Lobeshymnen in der Tasche zu haben.
Während ich dabei bin, mich gedanklich möglichst von meinem bisherigen Berufsumfeld zu lösen, versuche ich, mir noch nicht allzu viele Gedanken um das zu machen, was mich in wenigen Tagen erwartet. Erfahrungen sind was Tolles, man weiß in groben Zügen, wie so ein Neubeginn abläuft, wie es sich anfühlt, irgendwo noch fremd zu sein usw. Aber genau das erzeugt eben auch Bedenken. Nicht dass ich schon kurz vor der Rente stünde, aber so ganz taufrisch ist mein Hirn eben auch nicht mehr, und ich habe einige Bedenken, ob ich mir da nicht zu viel zumute, nochmal von vorne anzufangen. Andererseits behagt mir die Alternative noch viel weniger. Die Vorstellung, irgendeine anspruchslose Arbeit zu verrichten, stupide, frustrierend und monoton, und das immerhin noch 20 Jahre lang, schreckt mich einfach zu sehr ab.
Also kratze ich all meine Zuversicht zusammen und beginne etwas Neues. Was kann schon passieren? Oder um es wie die Stadtmusikanten zu sagen: Etwas Besseres als den Tod findest du überall!
Montag, 29. Januar 2018
Samstag, 16. Dezember 2017
und wenn ich geh, dann geht nur ein Teil von mir
Nun ist es also passiert. Ich habe es wirklich getan. Es ist amtlich. Gestern habe ich meinen Job gekündigt. Nachdem ich vorgestern meinen neuen Vertrag unterschrieben hatte.
Wie zu erwarten war, hat mein Noch-Chef sich als relativ lausiger Verlierer präsentiert. Natürlich habe ich damit gerechnet, dass es Vorhaltungen regnen würde. Selbstverständlich war mir klar, dass er mit meiner Entscheidung nicht gerechnet hat. Logischerweise war er überrumpelt und enttäuscht.
Aber wie schnell er dann umschalten konnte in den Schuldzuweisungsmodus, wie umgehend er versucht hat, mir ein schlechtes Gewissen einzureden - das hat mich dann trotz allem doch erstaunt.
Zunächst hat er es ja noch vorsichtig auf die "Was kann ich tun?"-Tour versucht. Aber ich habe ihm unmissverständlich klar gemacht, dass meine Entscheidung feststeht und ich sehr lange und sehr gründlich darüber nachgedacht habe, bevor ich sie ihm präsentierte.
Nun muss ich mir wohl die Vorhaltungen gefallen lassen, ich hätte erst bewusst sämtliche Kompetenzen und Aufgabenbereiche an mich gerissen, damit mein Abgang durch diese Alleinherrschaft so pompös wie möglich einschlägt. Was natürlich wiederum im krassen Gegensatz zu seiner zweiten Aussage steht, mein Lohn sei mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt dass man mich ja erst (Achtung!) habe EINARBEITEN müssen. Es mag ja sein, dass es irgendwo auf diesem Planeten auch diese seltenen Naturtalente gibt, die sich an fremde Schreibtische setzen und sofort intuitiv drauflos arbeiten können - nun ja, ich gehöre nicht dazu. Aber nach acht Jahren war ich dann doch einigermaßen mit der Materie vertraut. Was er eigentlich ruhig zugeben dürfte, denn sonst wäre meine Kündigung für ihn ja schließlich wesentlich besser zu verkraften.
Ich bin froh, dass ich vorab nie den Versuch gewagt habe, einen Testballon zu starten, und vor dem Hintergrund einer Kündigungsoption meinerseits um verbesserte Bedingungen zu bitten. Wie ich jetzt ein weiteres Mal merke, hätte das zu nichts geführt, ihn höchstens in seiner Überzeugung bestärkt, dass ich niemals gehen werde.
Dass ich ihm so wichtig war bzw. bin, hat er mir selten bis gar nicht gezeigt, gesagt, signalisiert oder es mich auch nur zaghaft spüren lassen. Dabei hätte bei mir bereits das eine oder andere ehrliche Lob Wunder gewirkt. Aber im Gegenteil, es wurden immer nur zielsicher irgendwelche Fehler aufgespürt und thematisiert.
Während meiner jetzigen Krankheitsvertretung wurde sich an Kleinigkeiten geweidet, es starteten sogar Versuche, gewisse Abläufe zu vereinfachen, was sich bereits kurz nach meiner Rückkehr als absolutes Desaster herausstellte, jetzt einen Riesenaufwand an Mehrarbeit bedeutet und ein großes unübersichtliches Durcheinander verursacht hat. Möglicherweise hätte man das ja auch mit mir gemeinsam besprechen können, denn bestimmt bin ich Verbesserungsvorschlägen gegenüber nicht von vorn herein abgeneigt, aber das ging mal so richtig in die Hose, und wenn ich ehrlich bin, schaue ich es mir nun mit Genugtuung an.
Wie zu erwarten war, hat mein Noch-Chef sich als relativ lausiger Verlierer präsentiert. Natürlich habe ich damit gerechnet, dass es Vorhaltungen regnen würde. Selbstverständlich war mir klar, dass er mit meiner Entscheidung nicht gerechnet hat. Logischerweise war er überrumpelt und enttäuscht.
Aber wie schnell er dann umschalten konnte in den Schuldzuweisungsmodus, wie umgehend er versucht hat, mir ein schlechtes Gewissen einzureden - das hat mich dann trotz allem doch erstaunt.
Zunächst hat er es ja noch vorsichtig auf die "Was kann ich tun?"-Tour versucht. Aber ich habe ihm unmissverständlich klar gemacht, dass meine Entscheidung feststeht und ich sehr lange und sehr gründlich darüber nachgedacht habe, bevor ich sie ihm präsentierte.
Nun muss ich mir wohl die Vorhaltungen gefallen lassen, ich hätte erst bewusst sämtliche Kompetenzen und Aufgabenbereiche an mich gerissen, damit mein Abgang durch diese Alleinherrschaft so pompös wie möglich einschlägt. Was natürlich wiederum im krassen Gegensatz zu seiner zweiten Aussage steht, mein Lohn sei mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt dass man mich ja erst (Achtung!) habe EINARBEITEN müssen. Es mag ja sein, dass es irgendwo auf diesem Planeten auch diese seltenen Naturtalente gibt, die sich an fremde Schreibtische setzen und sofort intuitiv drauflos arbeiten können - nun ja, ich gehöre nicht dazu. Aber nach acht Jahren war ich dann doch einigermaßen mit der Materie vertraut. Was er eigentlich ruhig zugeben dürfte, denn sonst wäre meine Kündigung für ihn ja schließlich wesentlich besser zu verkraften.
Ich bin froh, dass ich vorab nie den Versuch gewagt habe, einen Testballon zu starten, und vor dem Hintergrund einer Kündigungsoption meinerseits um verbesserte Bedingungen zu bitten. Wie ich jetzt ein weiteres Mal merke, hätte das zu nichts geführt, ihn höchstens in seiner Überzeugung bestärkt, dass ich niemals gehen werde.
Dass ich ihm so wichtig war bzw. bin, hat er mir selten bis gar nicht gezeigt, gesagt, signalisiert oder es mich auch nur zaghaft spüren lassen. Dabei hätte bei mir bereits das eine oder andere ehrliche Lob Wunder gewirkt. Aber im Gegenteil, es wurden immer nur zielsicher irgendwelche Fehler aufgespürt und thematisiert.
Während meiner jetzigen Krankheitsvertretung wurde sich an Kleinigkeiten geweidet, es starteten sogar Versuche, gewisse Abläufe zu vereinfachen, was sich bereits kurz nach meiner Rückkehr als absolutes Desaster herausstellte, jetzt einen Riesenaufwand an Mehrarbeit bedeutet und ein großes unübersichtliches Durcheinander verursacht hat. Möglicherweise hätte man das ja auch mit mir gemeinsam besprechen können, denn bestimmt bin ich Verbesserungsvorschlägen gegenüber nicht von vorn herein abgeneigt, aber das ging mal so richtig in die Hose, und wenn ich ehrlich bin, schaue ich es mir nun mit Genugtuung an.
https://karrierebibel.de/kuendigung/
Dienstag, 7. November 2017
Der Praxistest
Tiger in Not - so prangt es auf dem Flyer, den mein Sohn auf dem Couchtisch hinterlassen hat. Dunkel erinnere ich mich an seine Worte "...kannst du dir ja mal ansehen... lege es dir da hin...". Ich war gerade damit beschäftigt, ein Schulbuch für meine Tochter zu bestellen, und hatte deshalb nur mit einem Ohr hingehört.
Ich führe mir also den Inhalt dieses Werbeflyers zu Gemüte und erfahre ungefragt einiges über Gewicht, Alter und Größe dieser Tiere. Im aufgeklappten Mittelteil finden sich dann Bilder von Kaminvorlegern und anderen Jagdtrophäen im Tiger-Style, darüber prangt die Frage "Warum muss sowas sein?" Das frage ich mich allmählich auch... allerdings schwant mir bereits, worauf das hinauslaufen soll.
Die Liste der Sponsoren ist noch einigermaßen unauffällig, allerdings lässt mich das Musikprogramm dann doch stutzig werden. Von Ed Sheeran über Helene Fischer bis zu den Imagine Dragons reicht die illustre Mischung der offenbaren Tigertötergegner, die kostenlos und eine volle Woche lang das Benefizkonzert unterstützen, das im September stattfinden soll.
Im September? Moment, den hatten wir doch in diesem Jahr schon...
Ich möchte meinen Sohn zu Rate ziehen und rufe ein "Was soll ich damit? Das war doch schon!" in Richtung seines vermuteten Aufenthaltsortes. Prompt kommt er herbeigeeilt, guckt mich einmal verständnislos an und sagt dann grinsend: "Mensch Mama, das ist doch das Ergebnis unserer Informatik-Aufgabe, wir sollten einen Flyer zu einem selbst erdachten Thema entwerfen. Anscheinend sieht er ja ziemlich echt aus..."
Ja, offensichtlich hat er den Praxistest bestanden :o)
Ich führe mir also den Inhalt dieses Werbeflyers zu Gemüte und erfahre ungefragt einiges über Gewicht, Alter und Größe dieser Tiere. Im aufgeklappten Mittelteil finden sich dann Bilder von Kaminvorlegern und anderen Jagdtrophäen im Tiger-Style, darüber prangt die Frage "Warum muss sowas sein?" Das frage ich mich allmählich auch... allerdings schwant mir bereits, worauf das hinauslaufen soll.
Die Liste der Sponsoren ist noch einigermaßen unauffällig, allerdings lässt mich das Musikprogramm dann doch stutzig werden. Von Ed Sheeran über Helene Fischer bis zu den Imagine Dragons reicht die illustre Mischung der offenbaren Tigertötergegner, die kostenlos und eine volle Woche lang das Benefizkonzert unterstützen, das im September stattfinden soll.
Im September? Moment, den hatten wir doch in diesem Jahr schon...
Ich möchte meinen Sohn zu Rate ziehen und rufe ein "Was soll ich damit? Das war doch schon!" in Richtung seines vermuteten Aufenthaltsortes. Prompt kommt er herbeigeeilt, guckt mich einmal verständnislos an und sagt dann grinsend: "Mensch Mama, das ist doch das Ergebnis unserer Informatik-Aufgabe, wir sollten einen Flyer zu einem selbst erdachten Thema entwerfen. Anscheinend sieht er ja ziemlich echt aus..."
Ja, offensichtlich hat er den Praxistest bestanden :o)
Montag, 23. Oktober 2017
Mann o Mann
Zwei homosexuelle Männer adoptieren ein Kind, und ein Aufschrei geht durch die Nation. Sämtliche bis vor kurzem ausgestorben geglaubten Vorurteile werden aus den alten Schubladen gezogen und zu neuem Leben erweckt, jedes noch so abgehalfterte Klischee muss als Totschlagargument herhalten. Sodom und Gomorrha im Lande Konservativatien hinter den sieben Bergen bei den sieben altmodischen Völkern, die wohl heimlich noch der Hexenverbrennung frönen.
Das einzig Schlimme, das ich an dieser ganzen Sache finden kann ist, dass es überhaupt einer Erwähnung wert ist, und dass dort ein ganz normales Kind in den Fokus der Öffentlichkeit gerät, einer Öffentlichkeit, die gar nicht auf den Umgang mit einer derart intimen Information sensibilisiert ist, die sich auf das B i l d material stürzt, sich wahrscheinlich allen Ernstes fragt, wie diese Menschen wohl aussehen, ob sie wohl mit abgespreiztem kleinen Finger gestikulieren, mit nasaler Stimme sprechen und Frauenkleider tragen.
Ein Kind, dass das große Glück hat, nach einem vielleicht nicht so schönen Start ins Leben nun in ein liebevolles Umfeld zu kommen, zu Menschen, die für dieses Kind sorgen möchten, die ihm ermöglichen, sicher und sorglos aufzuwachsen, die es behüten und schützen werden, ihm Geborgenheit und Liebe geben werden. Zwei Menschen, die einander lieben und noch viel Platz für einen weiteren kleinen Menschen haben. Ein Paar, das sich dieser Aufgabe stellen möchte, weil es sich eine ganz normale Familie wünscht.
Wer möchte beurteilen, ob diese beiden Menschen dafür geeignet sind? Weniger gut als ein Mann und eine Frau? Weniger liebend, weniger zuverlässig, weniger vorbildlich?
Ein kleiner Mensch braucht Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, Menschen denen er vertrauen kann. Nicht zwingend einen biologischen Mann und eine biologische Frau. Welchen seelischen Schaden soll ein Kind nehmen, wenn es zwei Väter hat? Zwei Väter die ihm zeigen, wie man liebevoll und achtsam miteinander umgeht? Die ihm signalisieren, wir sind immer für dich da? Die einander wertschätzend behandeln, ihm ein sicherer Hafen sind und ein lebenslanger Halt? Ist das nicht sehr viel mehr, als es viele "klassische" Paare fähig sind zu geben?
Ich wünsche dem kleinen Mann und seinen beiden Vätern ein schönes, tolles, zufriedenes Leben, und ein Umfeld, das es endlich schafft, das zu tolerieren, und als das zu sehen was es ist - einen Teil von unserer Gesellschaft.
‚Immer wieder die gleiche Lektion, der gleiche Auftrag an eine bunte Welt, ihre Farben zu lieben und gleichermaßen zu respektieren. Miteinander sind wir der Regenbogen! Und nur gemeinsam wird’s gut sein.‘ – BaLo* 23.07.2011
(https://balodiba.wordpress.com/category/uncategorized/page/14/)
Das einzig Schlimme, das ich an dieser ganzen Sache finden kann ist, dass es überhaupt einer Erwähnung wert ist, und dass dort ein ganz normales Kind in den Fokus der Öffentlichkeit gerät, einer Öffentlichkeit, die gar nicht auf den Umgang mit einer derart intimen Information sensibilisiert ist, die sich auf das B i l d material stürzt, sich wahrscheinlich allen Ernstes fragt, wie diese Menschen wohl aussehen, ob sie wohl mit abgespreiztem kleinen Finger gestikulieren, mit nasaler Stimme sprechen und Frauenkleider tragen.
Ein Kind, dass das große Glück hat, nach einem vielleicht nicht so schönen Start ins Leben nun in ein liebevolles Umfeld zu kommen, zu Menschen, die für dieses Kind sorgen möchten, die ihm ermöglichen, sicher und sorglos aufzuwachsen, die es behüten und schützen werden, ihm Geborgenheit und Liebe geben werden. Zwei Menschen, die einander lieben und noch viel Platz für einen weiteren kleinen Menschen haben. Ein Paar, das sich dieser Aufgabe stellen möchte, weil es sich eine ganz normale Familie wünscht.
Wer möchte beurteilen, ob diese beiden Menschen dafür geeignet sind? Weniger gut als ein Mann und eine Frau? Weniger liebend, weniger zuverlässig, weniger vorbildlich?
Ein kleiner Mensch braucht Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, Menschen denen er vertrauen kann. Nicht zwingend einen biologischen Mann und eine biologische Frau. Welchen seelischen Schaden soll ein Kind nehmen, wenn es zwei Väter hat? Zwei Väter die ihm zeigen, wie man liebevoll und achtsam miteinander umgeht? Die ihm signalisieren, wir sind immer für dich da? Die einander wertschätzend behandeln, ihm ein sicherer Hafen sind und ein lebenslanger Halt? Ist das nicht sehr viel mehr, als es viele "klassische" Paare fähig sind zu geben?
Ich wünsche dem kleinen Mann und seinen beiden Vätern ein schönes, tolles, zufriedenes Leben, und ein Umfeld, das es endlich schafft, das zu tolerieren, und als das zu sehen was es ist - einen Teil von unserer Gesellschaft.
‚Immer wieder die gleiche Lektion, der gleiche Auftrag an eine bunte Welt, ihre Farben zu lieben und gleichermaßen zu respektieren. Miteinander sind wir der Regenbogen! Und nur gemeinsam wird’s gut sein.‘ – BaLo* 23.07.2011
(https://balodiba.wordpress.com/category/uncategorized/page/14/)
http://www.schlossberg.schule/termin/schulfest-schlossbergschule/
Dienstag, 15. August 2017
wer bin ich nicht
Ist es illusorisch, sich ein realistisches Bild von sich selbst machen zu wollen? Sind wir wirklich dazu in der Lage, ehrlich zu beurteilen, wer/wie/was wir sind, oder ist da meistens der Wunsch der Vater des Gedanken? Trägt nicht unser Charakter bereits dazu bei, auf welche Art und Weise wir uns sehen? Und da es um uns selbst geht, wäre Objektivität ohnehin zu viel verlangt.
Ich habe festgestellt, dass meine Sichtweise auf mich offenbar keineswegs der Realität entspricht. Bisher habe ich mich für einen mitfühlenden und ehrlichen Menschen gehalten. Aber dieses Bild bedarf wohl einer Überarbeitung. Ehrlich bin ich noch nicht einmal zu mir selbst, und von Empathie bin ich so weit entfernt - diese Eigenschaft kann kaum noch mit mir in Verbindung gebracht werden.
Mir hat jemand gezeigt, wie sehr ich ihn mit meinem Verhalten verletzt habe, und ich frage mich, wie es sein kann, dass ich die Situation so falsch einschätzen und das zulassen konnte. Warum ich es unterschätzt habe, dass es ihm nicht gut geht damit, und weshalb ich nicht aufmerksamer war mit einem Menschen der mir so viel bedeutet.
Vielleicht bin ich gar nicht der Mensch, den ich in mir gesehen habe. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit eine rücksichtslose egoistische Person, die nur an sich selbst denkt und der die Gefühle anderer total egal sind.
Zurück bleiben Hilflosigkeit und Traurigkeit, und eine Mauer aus Schweigen - immer noch die schmerzhafteste Art mir zu zeigen, wer ich bin.
Ich habe festgestellt, dass meine Sichtweise auf mich offenbar keineswegs der Realität entspricht. Bisher habe ich mich für einen mitfühlenden und ehrlichen Menschen gehalten. Aber dieses Bild bedarf wohl einer Überarbeitung. Ehrlich bin ich noch nicht einmal zu mir selbst, und von Empathie bin ich so weit entfernt - diese Eigenschaft kann kaum noch mit mir in Verbindung gebracht werden.
Mir hat jemand gezeigt, wie sehr ich ihn mit meinem Verhalten verletzt habe, und ich frage mich, wie es sein kann, dass ich die Situation so falsch einschätzen und das zulassen konnte. Warum ich es unterschätzt habe, dass es ihm nicht gut geht damit, und weshalb ich nicht aufmerksamer war mit einem Menschen der mir so viel bedeutet.
Vielleicht bin ich gar nicht der Mensch, den ich in mir gesehen habe. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit eine rücksichtslose egoistische Person, die nur an sich selbst denkt und der die Gefühle anderer total egal sind.
Zurück bleiben Hilflosigkeit und Traurigkeit, und eine Mauer aus Schweigen - immer noch die schmerzhafteste Art mir zu zeigen, wer ich bin.
Mittwoch, 23. März 2016
Kommt ein Vogel geflogen... ♫ ♫♪ ♫♪ ♪
Vor einigen Tagen wurde mir eine Sendung über Easterfly-Airlines angekündigt, die heute tatsächlich eintraf.
Trotz zaghafter Vorwarnung von Seiten der Absenderin, dass es sich dabei um eine schöne Überraschung fürs Vögelchen und mich handeln würde, kamen wir vorhin aus dem Stauen gar nicht mehr heraus.
So etwas unfassbar Niedliches hab ich wohl noch nie von jemandem bekommen!
Aber der Reihe nach...
Ich hab mir das Päckchen erst mal von allen Seiten genau angesehen (und vorsichtshalber auch dran gelauscht)
dann hab ich den Eingang gesucht - war aber keiner da
also haben wir uns von der Seite aus Zugang verschafft
und plötzlich... ist das etwa ein Schnabel??
Tatsächlich, oh mein goooottt, wer ist denn das!?!?
Was sagst du? Du bist nicht allein??
Hallo? Ist da noch jemand?
Ist das nicht ein kleines bisschen unbequem hier? Komm doch mal raus!
Huhu! Herzlich Willkommen bei uns!
Wie ihr seht, bin ich überglücklich und freue mich wahnsinnig über die tolle neue Gesellschaft!
Und jetzt schaut doch mal, mit wie viel Liebe zum Detail diese beiden süßen Gesellen entstanden sind:
Ihr seht mich vollkommen sprachlos, und grenzenlos begeistert!!
Ach komm, ein Gruppenfoto geht noch:
VIELEN LIEBEN DANK AN DAS ROTZLÖFFELCHEN FÜR DIESE SAGENHAFT TOLLE OSTERÜBERRASCHUNG! DU HAST MIR EINE RIESENGROSSE FREUDE GEMACHT!
Trotz zaghafter Vorwarnung von Seiten der Absenderin, dass es sich dabei um eine schöne Überraschung fürs Vögelchen und mich handeln würde, kamen wir vorhin aus dem Stauen gar nicht mehr heraus.
So etwas unfassbar Niedliches hab ich wohl noch nie von jemandem bekommen!
Aber der Reihe nach...
Ich hab mir das Päckchen erst mal von allen Seiten genau angesehen (und vorsichtshalber auch dran gelauscht)
dann hab ich den Eingang gesucht - war aber keiner da
also haben wir uns von der Seite aus Zugang verschafft
und plötzlich... ist das etwa ein Schnabel??
Tatsächlich, oh mein goooottt, wer ist denn das!?!?
Was sagst du? Du bist nicht allein??
Hallo? Ist da noch jemand?
Ist das nicht ein kleines bisschen unbequem hier? Komm doch mal raus!
Huhu! Herzlich Willkommen bei uns!
Wie ihr seht, bin ich überglücklich und freue mich wahnsinnig über die tolle neue Gesellschaft!
Und jetzt schaut doch mal, mit wie viel Liebe zum Detail diese beiden süßen Gesellen entstanden sind:
Ihr seht mich vollkommen sprachlos, und grenzenlos begeistert!!
Ach komm, ein Gruppenfoto geht noch:
VIELEN LIEBEN DANK AN DAS ROTZLÖFFELCHEN FÜR DIESE SAGENHAFT TOLLE OSTERÜBERRASCHUNG! DU HAST MIR EINE RIESENGROSSE FREUDE GEMACHT!
Sonntag, 20. März 2016
Fahren Sie fort
Ein Schlussakkord, der eigentlich gar nicht als Cliffhanger gedacht war, fordert nun seinen Tribut. Wie war das also mit der Fahrerflucht? An welchen haarsträubenden Geschichten war die Vogelfrau nun wieder beteiligt?
Alles ganz harmlos und vollkommen unspektakulär:
Ich fuhr mit meinem Schlitten durch die Gegend
um die Wartezeit für die Dauer von zwei Schwimmkursen zu überbrücken.
Als ich nach einem kurzen Stop auf den Parkplatz zurückkehrte, hörte ich direkt neben mir ein lautes Krachen. Beim Aufblicken bemerkte ich, dass ein Wagen beim Zurücksetzen ein parkendes Fahrzeug gerammt hatte. Ich sah die Frau hinterm Steuer an, verzog das Gesicht zum Zeichen meines Mitgefühls und machte mich darauf gefasst, dass sie gleich fluchend und Haare raufend aus dem Auto steigen würde. Sie fuhr ein Stück vor, um (so dachte ich) den Platz für andere durchfahrende Autos freizuräumen. Aber dann gab sie plötzlich richtig Gas und war in Null-Komma-Nix aus meinem Blickfeld verschwunden.
Zum Glück hatte ich mir gerade noch das Kennzeichen merken und auf die Hand schreiben können. Ich hinterließ auf der Rückseite eines alten Einkaufszettels, den ich in meinem Auto ausgrub, eine Nachricht am anderen Wagen, dass sich hinten links ein Schaden befände, dazu das Kennzeichen des Verursachers und meine Telefonnummer.
Eine halbe Stunde später rief mich mein Mann einigermaßen irritiert auf dem Handy an - er habe einen mysteriösen Anruf bekommen, von einem Mann der irgendwo auf einem Parkplatz stehen würde und meine Telefonnummer habe - - da wüsste ich ja schon gern, was er im ersten Moment gedacht hat... :o)
Der Mann hatte sich nur bedanken wollen und meinte noch, der Schaden sei relativ gering, was aber das Wegfahren der Frau nicht weniger schlimm mache. Ich hielt die Angelegenheit für erledigt und dachte nicht länger darüber nach.
Bis ich am Wochenende im Urlaub eine Mitteilung auf dem Handy bekam. Ein verpasster Anruf - wie gesagt, ich hatte kein Netz - mit einer mir unbekannten Nummer. Von einem anderen Handy aus rief ich zurück und es meldete sich die Polizei. Wir kauten gemeinsam einen ganzen Fragenkatalog durch, zwischendurch setzte er mich beinah unter Hypnose, damit ich mich besser an Einzelheiten erinnern konnte. Zur Beschreibung der Fahrerin hätte das nie im Leben beitragen können, denn ich bin leider vollkommen gesichtsblind und kann in einer Menschenmenge gerade mal meine eigenen Kinder erkennen (also, falls sich keine ähnlich aussehenden Menschen da aufhalten).
Nachdem ich die Angelegenheit ein weiteres Mal abgehakt hatte und für erledigt hielt, bekam ich mit der Post einen dicken Umschlag.
Nun also das ganze Spielchen noch einmal schriftlich - da hat sich Miss Marple ja was schönes eingebrockt...
Alles ganz harmlos und vollkommen unspektakulär:
Ich fuhr mit meinem Schlitten durch die Gegend
um die Wartezeit für die Dauer von zwei Schwimmkursen zu überbrücken.
Als ich nach einem kurzen Stop auf den Parkplatz zurückkehrte, hörte ich direkt neben mir ein lautes Krachen. Beim Aufblicken bemerkte ich, dass ein Wagen beim Zurücksetzen ein parkendes Fahrzeug gerammt hatte. Ich sah die Frau hinterm Steuer an, verzog das Gesicht zum Zeichen meines Mitgefühls und machte mich darauf gefasst, dass sie gleich fluchend und Haare raufend aus dem Auto steigen würde. Sie fuhr ein Stück vor, um (so dachte ich) den Platz für andere durchfahrende Autos freizuräumen. Aber dann gab sie plötzlich richtig Gas und war in Null-Komma-Nix aus meinem Blickfeld verschwunden.
Zum Glück hatte ich mir gerade noch das Kennzeichen merken und auf die Hand schreiben können. Ich hinterließ auf der Rückseite eines alten Einkaufszettels, den ich in meinem Auto ausgrub, eine Nachricht am anderen Wagen, dass sich hinten links ein Schaden befände, dazu das Kennzeichen des Verursachers und meine Telefonnummer.
Eine halbe Stunde später rief mich mein Mann einigermaßen irritiert auf dem Handy an - er habe einen mysteriösen Anruf bekommen, von einem Mann der irgendwo auf einem Parkplatz stehen würde und meine Telefonnummer habe - - da wüsste ich ja schon gern, was er im ersten Moment gedacht hat... :o)
Der Mann hatte sich nur bedanken wollen und meinte noch, der Schaden sei relativ gering, was aber das Wegfahren der Frau nicht weniger schlimm mache. Ich hielt die Angelegenheit für erledigt und dachte nicht länger darüber nach.
Bis ich am Wochenende im Urlaub eine Mitteilung auf dem Handy bekam. Ein verpasster Anruf - wie gesagt, ich hatte kein Netz - mit einer mir unbekannten Nummer. Von einem anderen Handy aus rief ich zurück und es meldete sich die Polizei. Wir kauten gemeinsam einen ganzen Fragenkatalog durch, zwischendurch setzte er mich beinah unter Hypnose, damit ich mich besser an Einzelheiten erinnern konnte. Zur Beschreibung der Fahrerin hätte das nie im Leben beitragen können, denn ich bin leider vollkommen gesichtsblind und kann in einer Menschenmenge gerade mal meine eigenen Kinder erkennen (also, falls sich keine ähnlich aussehenden Menschen da aufhalten).
Nachdem ich die Angelegenheit ein weiteres Mal abgehakt hatte und für erledigt hielt, bekam ich mit der Post einen dicken Umschlag.
Nun also das ganze Spielchen noch einmal schriftlich - da hat sich Miss Marple ja was schönes eingebrockt...
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