Montag, 24. November 2014

raus aus den Schubladen

Indianer kennen keinen Schmerz.
Opas Lieblingsspruch gilt in erster Linie den Enkelsöhnen, aus denen in seiner Vorstellung wohl echte Kerle werden müssen. Das kleine Mädchen muss sich derartige Aussagen jedenfalls nicht gefallen lassen.
Es sei dem alten Mann verziehen, dass er nicht aus seiner Haut kann, solche klischeebehafteten Sprüche rutschen uns ja doch eher unbewusst heraus. Zu tief verwurzelt schlummern in uns die Vorstellungen und Erwartungen, die wir auf diese Weise in den Gehirnen der nächsten Generation einpflanzen.
Es gehört schon eine Portion Mut dazu, sich über gängige Verhaltensmuster, Normen und Rollenbilder hinwegzusetzen und mal nur auf seine Wünsche zu hören. In diesem Zusammenhang könnte ich das vergangene Wochenende wohl als Trendsetter in Sachen Klischee-Sprengung bezeichnen.
Meine Tochter nahm an einem Schweißkurs teil, dem sie schon tagelang entgegengefiebert hatte. Mit Schutzbrille bewaffnet und in alte Klamotten gehüllt lieferte ich sie im Jugendhaus ab. Und bekam sechs Stunden später ein freudestrahlendes Kind zurück, das mir schwer beladen entgegenlief. Kerzenhalter, Ringe, Schmuckständer, Ketten, Kleiderhaken und Ohrringe - und nur ein klitzekleines Pflaster am Finger. Ein grandioser Erfolg, und heute morgen am Frühstückstisch durfte sie dank eines entsprechenden Zeitungsartikels noch einmal in Erinnerungen schwelgen.

Mein Sohn folgte an seinem freien Tag einer Einladung seiner Klassenkameradin auf den Reiterhof und verbrachte den Sonnabend auf dem Pferderücken. Seine fürsorgliche Mitschülerin stattete ihn, wie es sich gehört, mit einem Glitzerhelm aus ihrem Fundus aus und ließ ihn dann aufsteigen. Wahrscheinlich hat er sich in etwa so gefühlt




oder vielleicht auch so
Dem Spaß an der Sache hat das keinen Abbruch getan, obwohl ich den Eindruck habe, er geht heute etwas breitbeiniger als sonst...

Samstag, 22. November 2014

da war doch noch was...

In der Klasse meiner Tochter soll jeder ein Referat über sein Haustier halten. Für meine Tochter ein willkommener Anlass, sich die Viecher, die man da seit geraumer Zeit beherbergt, mal genauer anzusehen. Sie ist sogar in die Bücherei gelaufen und kam mit einem Stapel "Fachliteratur" zurück. Dabei überleben die Tiere bei uns schon einige Jahre - so ganz viel können wir also nicht falsch gemacht haben. Nun weiß sie jedenfalls bestens über Ernährungsgewohnheiten und Fellpflege bescheid (nicht dass wir vorher jemals mit dem Gedanken gespielt hätten, eines der Tiere ins Wasser zu stecken, aber jetzt wissen wir eben ganz genau, dass sie nicht gerne baden - auch wenn ihr Name eventuell andere Schlüsse zuließe). Sogar die Meerschweinchensprache hat sie sich angeeignet, na endlich kann mir mal einer das Gequietsche übersetzen, Halleluja!
Im Zuge der Verschönerungsmaßnahmen für das Leben unserer Hausgenossen hat meine Tochter auch zwei kleine Papphäuschen gebastelt, damit die Tiere etwas zum Spielen, Klettern, Verstecken oder Durchkriechen haben. Liebevoll beklebt mit Blümchentesafilm erwecken die Gebäude doch einen etwas eigenwilligen Eindruck - na, dann wohnen unsere Herren jetzt eben in Tuntenhausen...

Mittwoch, 19. November 2014

Visitenkarte

Herbstdepression hin, Winterblues her - ein unaufmerksamer Ehegatte kann mich nicht mehr schocken. Ich hab mich heute nämlich mal selbst beschenkt.
Damit hätte ich (außer mir) sicher auch jedem Therapeuten eine Freude gemacht hätte. Ich höre schon das Mantra "Liebe dich selbst, liebe dich selbst, liebe..."
--> hab ich hiermit erledigt :-)
Vom heutigen Tag an wird dieses Accessoire mein Schlüsselbund verschönern:

Offenbar bin ich selbst mein größter Fan; aber vielleicht geh ich damit ja tatsächlich noch ins merchandising, dann gibts demnächst auch Kaffeebecher, mousepads oder T-Shirts von mir...
...bisschen Weitblick kann ja nicht schaden :o)

Samstag, 15. November 2014

Das Ü

Ich hätte meinen Eintag auch "Zwei Kasseler ohne Sauerkraut" nennen oder mit "Ein Kassel Buntes" überschreiben können, aber so ist schöner! Ich widme ihn nämlich einer Freundin, mit der mich einige Jahre und sicher viele Hundert Mails verbinden. Wir sind uns beim Bloggen über den Weg gelaufen, weil ich mich wunderte, warum sie dabei war, MEINE Lebensgeschichte in Worte zu kleiden und auf ihrer Seite zu veröffentlichen. In Wahrheit kam sie mir nur so bekannt vor, weil wir beide gerade ziemlich ähnliche Lebensphasen durchliefen und Gefühlspaletten durchschritten.

Dabei sind wir der lebende Beweis, dass eine Geschichte keinesfalls immer das gleiche Ende nehmen muss, denn mittlerweile stehen wir an zwei vollkommen unterschiedlichen Punkten - nicht nur räumlich.

Unsere Freundschaft hat all die Höhen und Tiefen tapfer ertragen und wird dafür in Kürze mit einem gemeinsamen Wochenende "auf halber Strecke" belohnt.
Ich freu mich schon auf zwei ungestörte Tage mit sicher sehr viel Wortsalat, dem einen oder anderen Glas Weißwein und meiner Freundin Ü, die durch einen beharrlichen Tippfehler zu diesem "Namen" kam.



Dienstag, 4. November 2014

Im Osten geht die Sonne auf

Normalerweise bin ich spät dran. Alle meine Artgenossen haben sich schon auf den Weg in den Süden gemacht. Ich hab mich da wohl ein bisschen vom schönen Wetter einwickeln lassen und meinen Aufenthalt in den hiesigen Breitengraden ein wenig verlängert. Mehr noch, ich habe mich in nördliche Richtung gewagt. Meine Verwandten würden mich für verrückt erklären, wenn ihnen das zu Ohren käme, aber was soll's, ich hab es genossen.

Meinetwegen kann es losgehen, ich bin startklar.

Ab und zu muss auch ich mir mal die Beine vertreten (auch wenn es so aussieht als ob ich kaum drauf stehen kann...)
Ist eben doch ziemlich eng in so einem Auto. Unterwegs haben wir einen alten VW-Bus gesehen, und die Kiddies haben spontan beschlossen, dass wir aus Platzgründen das nächste Mal am besten mit so einem Gefährt verreisen sollten. Wie sagte meine Tochter so schön: "Da können wir mehr mitnehmen als wir wollen!"

So, nun ist es nicht mehr weit - von meinem Logenplatz aus kann ich das Meer schon beinah erschnuppern!

In der Ferienwohnung hab ich mich ruckzuck eingelebt, ist ja auch kein Wunder bei so sympathischen Mitbewohnern!

Nun will ich aber endlich das Wasser sehen...


oh, ich glaube, HIER bin ich falsch





aber dies ist ein herrliches Plätzchen, an den Blick könnte ich mich gewöhnen






so weit oben bin ich auch schon viel zu lange nicht mehr gewesen, hab ganz vergessen was für einen tollen Ausblick man von hier aus hat!


barfuß im Sand, gibt es was schöneres!?

Kaffeepause


huhu




aaah, habe einen hervorragenden Landeplatz gefunden




fällt euch was auf? au weia, ich hab mir nasse Füße geholt, und nun krieg ich meinen Bauch nicht mehr sauber... hoffentlich schimpft niemand mit mir :-(

...und bis bald