Samstag, 25. Februar 2017

Halbwertzeiten

Was für radioaktive Substanzen gilt, kann man sinngemäß auch ganz gut auf Beziehungen übertragen. Nur eben irgendwie umgekehrt, denn eine Beziehung fügt meistens anfangs weniger Schaden zu als im Laufe ihrer Entwicklung Richtung Ablaufdatum. Allerdings dauern Beziehungen auch nur selten mehrere tausend Jahre, insofern ist das ja irgendwie wieder ausgleichende Gerechtigkeit.

Ich jedenfalls bin im Laufe meiner Kontaktwut und meines Kommunikationsbedürfnisses zu dem Schluss gekommen, dass jede wie auch immer geartete Beziehung einer nicht berechenbaren Entwicklung unterliegt, die jedoch meistens eine Kurve nach unten bedeutet.
Wendet man das auf Kontakte im Internet an, würde ich behaupten, dass eine hohe Prozentzahl aller Kontaktaufnahmen - und nehmen wir ruhig mal nur die mit vielversprechendem Anfang - sich nach maximal zwei Wochen drastisch verschlechtert. Einem Strohfeuer ähnlich wird zunächst alles gegeben, hochtrabende Worte über den Äther geschickt, Lobeshymnen angestimmt, superlative Beteuerungen ausgestoßen - um dann urplötzlich und aus nicht erkennbarem Grund ins genaue Gegenteil überzugehen. Das Interesse am anderen tendiert quasi gegen null, man ist auf einmal unglaublich beschäftigt, beruflich eingespannt, privat observiert, familiär gefordert, im Freundeskreis gefragt... sucht euch was aus. Das berühmte Wege-versus-Gründe-Problem drängt deutlich sichtbar an die Oberfläche. Und genau da verharren nun auch die eventuell noch folgenden Unterhaltungen.

Genauso wenig wie ich mich gerne verarschen lasse von Fakeprofilen, -fotos, -namen und -geschichten, so mag ich es, den kommunikativen Vorturner zu geben, damit eine Konversation funktioniert und interessant bleibt. Klar kann man auch mal loses Geplänkel hin und her appen, aber den ganzen Tag damit zu verbringen, dazu bin ich dann doch emotional zu wenig eingebunden und empfinde das als lahmen Zeitvertreib, zu dem mir selbige dann auch irgendwann zu schade ist.

Manchmal haben wir Glück, und das Gegenüber ist ein aufmerksames, sensibles und nicht vollkommen auf sich fixiertes oder gleichgültiges Exemplar. Dann fällt ihm eventuell auf, dass wir uns zurückziehen und uns wieder selber mehr Raum gestatten. Meistens kann man aber davon ausgehen, dass schon genug potenzielle Nachfolgerinnen in den Startlöchern stehen, die ganz wild darauf sind, unsere Rolle zu übernehmen. Also reichen wir den erst kürzlich von einem anonymen Wesen übernommenen Staffelstab weiter und wünschen der "Neuen" noch schnell viel Glück und besseres Gelingen - bevor ihr Rücken in Richtung Horizont aus unserem Blickfeld verschwindet.

Wenn wir uns umdrehen, sehen wir bereits einige Läuferinnen, die am Ende ihres Engagements schon wieder einen neuen Staffelstab für uns hätten, aber so schnell greife ich dann doch nicht erneut zu. Diese unergiebigen Runden die man mit nicht existenten Menschen dreht, hinterlassen doch irgendwie immer einen etwas desillusionierenden und frustrierenden Nachgeschmack.

Jahaaa, mein Kopf ist mal wieder beschäftigt, mit Dingen über die nachzudenken weder lohnenswert noch irgendwie kognitiv förderlich ist. Trotzdem ist es im Nachhinein stets etwas verwirrend, dass Menschen einander Dinge sagen, die in Wahrheit komplett bedeutungslos sind. Welchen Zweck das verfolgt - dazu bin ich einfach nicht egozentrisch genug.


Mittwoch, 14. Dezember 2016

Jahr für Jahr

Im Allgemeinen wird von einem schrecklichen Jahr gesprochen, wenn auf 2016 zurückgeblickt wird. Mag sein, dass es an den vielen prominenten Menschen liegt, die in diesem Jahr gestorben sind, an den politischen Unruhen, von denen sich viele erstmals persönlich betroffen fühlen, oder eben doch an den individuellen Schicksalsschlägen, die man nicht pauschal beurteilen oder objektiv gewichten kann.

Für mich persönlich war in diesem Jahr wieder alles dabei, und es scheint fast so, also würde sich nun zum Ende des Jahres doch noch ein wenig der Kreis schließen, der mal wieder für Unruhe und hohen Seegang in meinem Leben gesorgt hat.
Viele Turbulenzen haben mich durch die vergangenen zwölf Monate gewirbelt, zahlreiche davon wohl mehr oder weniger selbst herbeigesehnt, in dem Wunsch nach Veränderung oder doch zumindest Abwechslung in meinem Leben.
Die zurückliegenden letzten Wochen haben mir gezeigt, dass es möglich ist, mir selbst wieder genug zu sein, Zeit mit mir verbringen zu können, die ich nicht als verschwendet, totgeschlagen oder unnütz empfinde, sondern als ausgefüllt, gut investiert, erholsam und wertvoll bezeichnen kann. Nicht nur sichtbar durch die Früchte meiner Tätigkeiten, sondern auch spürbar durch die Zufriedenheit, die sich in mir ausgebreitet hat.
Was mir in der Theorie schon lange klar war, hat sich als Überzeugung in mir abgesetzt – ich brauche keine anderen Menschen um mich ganz und vollständig zu fühlen, um mir meines Wertes bewusst zu sein und mich bestätigen zu lassen. Ich darf mein Wohlbefinden nicht von den Gewogenheiten anderer abhängig machen. Meine Zufriedenheit kommt aus mir selbst heraus, aus dem was ich tue, GERN tue, aus dem was ich erreiche oder auch nicht erreiche, was mir gelingt und sogar aus dem was fehl schlägt. Das Gefühl, vollständig und mit ganzem Herzen in etwas aufzugehen, hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Man kann die Begeisterung an einer Sache nicht erzwingen oder künstlich erzeugen, man kann sich die Lust oder Freude an einer Beschäftigung nicht antrainieren, und ich habe in letzter Zeit viel zu häufig einfach nur funktioniert, mechanisch ausgeführt und roboterähnlich abgearbeitet.

Einige Dinge in meinem Leben müssen noch weiter reifen, es braucht noch Zeit, bis eine Veränderung ansteht. Ich kann es nicht erzwingen, und es hat sicher seinen Sinn, dass der Wechsel noch nicht geklappt hat. Jedes Mal kurz bevor eine Entscheidung in greifbare Nähe rückt, spüre ich ein mulmiges Gefühl in mir, das mir signalisiert, dass ich noch nicht soweit bin, dass mir die Veränderung noch Angst macht, auch wenn ich sie herbeiwünsche, dass ich noch nicht vollständig davon überzeugt bin, das Richtige zu tun. Und da es keine Eile hat, ist es in Ordnung, nichts zu überstürzen, abzuwarten, innezuhalten und sorgsam abzuwägen. Auf die innere Stimme zu hören, sich zu fragen „Will ich das wirklich?“ und das Warum zu erforschen, die Beweggründe zu klären, und damit auch eventuelle Alternativen zu überprüfen.
Möglicherweise ist der naheliegendste Weg diesmal nicht der richtige, und es wird sich noch ein anderer ergeben, ein Weg, an den ich im Augenblick noch gar nicht denke.

Vor einem Jahr habe ich über mein zurückliegendes Novemberjahr geschrieben, und nun liegen weitere zwölf Monate zwischen damals und heute. Manchmal frage ich mich, ob mir das wirklich alles passiert ist, obwohl ich natürlich weiß, dass alles real war. Dennoch erscheint es mir wie ein immer kleiner werdendes Bild im Rückspiegel, das mit jedem Kilometer neuer Wegstrecke ein Stückchen mehr zusammenschrumpft und verschwimmt in der Vergangenheit.
Jede Erfahrung die wir machen, verändert uns ein bisschen, jeder Mensch den wir an uns heranlassen, wird auf eine bestimmte Art Teil unserer Persönlichkeit, weil wir uns neu formen, egal ob er in unserem Leben bleibt oder uns nur seine Lektion gelehrt hat.
Jedes Erlebnis verleiht uns eine neue Farbnuance, und je nachdem, ob wir das Erlebte eher als schön oder unschön empfunden haben, wird unsere Ausstrahlung dadurch farbenprächtiger, strahlender und leuchtender oder trüber, trostloser und grauer.
Unsere Erinnerungen nehmen wir immer mit, wir können die Tasche nicht einfach stehen lassen. Manche Erlebnisse verstauben in einer Ecke unseres Gehirns und werden höchstens durch Zufall noch einmal hervorgekramt, andere schaffen es nicht so leicht in die Versenkung und sind beinah täglich so gegenwärtig, als wären sie gerade erst geschehen.

Mein zweites Novemberjahr hat mir sehr oft Anlass gegeben, an das zurückzudenken, was ich wieder hergeben musste, noch ehe ich es einmal richtig in den Händen halten durfte. Ich habe versucht, mir all die üblichen Fragen nicht zu stellen, mich nicht mit den verschiedenen Versionen möglicher Wahrheiten zu quälen oder die Gedankengänge eines anderen Menschen entschlüsseln zu wollen. Ich habe mich gezwungen, Entscheidungen zu respektieren und den Kontaktabbruch zu akzeptieren, nicht auf Erklärungen und Antworten zu bestehen. Ich habe mir gesagt, dass es sich manchmal auch ganz gut mit einer möglichen Lüge lebt und dass manche Dinge für das Ergebnis unerheblich sind, weil sie nichts ändern.
Ein Mensch der nicht in unserem Leben sein kann oder möchte, wäre ohnehin keine Bereicherung, da er aus freien Stücken nichts zu geben hätte.

Das alles ändert nichts daran, dass ich nach wie vor sehr traurig darüber bin, dass sich hin und wieder auch noch Enttäuschung in mir ausbreitet, dass ich mir unzulänglich vorkomme und vollkommen ratlos vor diesem Scherbenhaufen sitze.
Es ist so schwer, mit etwas abzuschließen, wenn man nicht weiß, in welche Schublade man es stecken soll. Und ich frage mich, wie zwei Menschen eine gemeinsam verbrachte Zeit so derart unterschiedlich empfinden können...


Rückblick:

Manchmal scheint es so, als würde das Leben ein bestimmtes Ereignis in neuer Besetzung wiederholen wollen. Dann hat man wahrscheinlich aus der Vergangenheit noch nicht die richtigen Schlüsse gezogen, die man für sein gegenwärtiges Leben benötigt.
Vor einigen Jahren saß ich schon einmal hier vor dem Bildschirm und habe versucht, das damals Erlebte in Worte zu fassen. Worte die beschreiben, wie es dazu kommen konnte, wie sich das alles angefühlt hat und warum es so verlaufen – und enden – musste. Sätze, die ihren Platz irgendwo
außerhalb meines Körpers gesucht haben, damit ich sie aus meinem Kopf entlassen konnte. Damals hat es ganz gut funktioniert, ich habe mich dadurch befreit gefühlt. Ich konnte die Vergangenheit gehen lassen, und wusste gleichzeitig, dass das alles trotzdem tatsächlich passiert war, und dass ich mit allen Entscheidungen und dem Lauf der Dinge meinen Frieden schließen würde. Indem ich es dort ablud, stellte ich für mich sicher, dass es nicht aufhörte zu existieren, und dass ich es nicht vergaß, nur weil ich nicht mehr ständig daran dachte. Der Person, um die es damals ging, gab ich in meinem Blog einen anderen Namen. Nicht ahnend, dass ich einige Jahre später jemanden kennen lernen würde, der genau diesen Namen trägt. Nun muss ich also wieder einen neuen Namen ins Spiel bringen, und habe idiotischerweise das Gefühl, mir diesen gut überlegen zu müssen. Vielleicht weil ich seit dem Ende meines erst kurz zurückliegenden (Er-)Lebensabschnitts begonnen habe, an schicksalhafte Fügungen und
Entscheidungen außerhalb unseres Einflusses zu glauben.
Heute ist der 1. Advent. Ich werde mir vier Sonntage lang Zeit nehmen, über das Geschehene zu schreiben. Danach möchte ich damit abschließen, und dieser Blog soll mir dabei helfen, soll die Schublade sein, in der ich es verschließe, und die ich, wenn es dann wirklich vergangen ist, immer mal wieder aufziehen kann, um darin einzutauchen. Denn wenn man das Schöne aus einer Verbindung oder einem Erlebnis nicht bewahren kann, wäre ja alles ganz umsonst geschehen, mehr noch, es hätte nur Schmerz hinterlassen, und das bin ich einfach nicht bereit zu glauben.

Be more than your words (2. Teil)
Schau hinter das Bild, das du dir gemacht hast von dem Menschen, den du magst.
Ich habe es mir anders überlegt, ich werde dir keinen Namen geben, ich werde einfach direkt mit dir sprechen, unsere Geschichte aus meiner Sicht erzählen und ein paar Erklärungen und Informationen liefern, die ich dir möglicherweise schuldig geblieben bin. Aber woher weiß man am Ende schon, wie ehrlich eine Verbindung wirklich war, wie viel jeder dem anderen von sich bereit war preiszugeben, welcher Blick uns hinter die Fassade gewährt wurde, und wie ehrlich wir überhaupt mit uns selbst waren.
Es begann in einem Forum, wo ich einen deiner Beiträge las. Und da war es plötzlich wieder, dieses unbestimmte Gefühl von aufgeregter Unruhe, so ein kleines verheißungsvolles Kribbeln, das meine innere Stimme dazu brachte, beharrlich und insistierend auf mich einzuflüstern: „Schreib ihn an!“
Ich hatte mich nicht getäuscht, und was als netter Zeitvertreib begann, breitete sich sehr schnell aus und beherrschte bald meine allabendlichen Gedanken. Über den Zauber des Anfangs muss man nicht viele Worte verlieren, jedes Mal ist es wieder anders, und doch haben alle diese Anfänge etwas gemeinsam, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Was immer es war, das uns verband, es zog mich in seinen Bann, und ich gab diesem Strudel bereitwillig nach und ließ mich von dem Sog in unsere eigene kleine Welt entführen. Dabei schien es zunächst klare Grenzen zu geben, die unseren persönlichen Verhältnissen unterlagen, und die keiner von uns zu übertreten gedachte. Es war erstaunlich, wie nah wir uns trotzdem allein in Worten kamen, wie gut wir miteinander harmonierten und wie intensiv, ehrlich und breitgefächert unsere Gespräche waren. Doch hatte ich kein Recht dazu, in dir Erwartungen zu wecken, die ich niemals würde erfüllen können, und so ignorierte ich beharrlich alle Sympathien, die über das Freundschaftliche hinausgingen. Vielleicht wollten wir beide nicht sehen, dass wir uns etwas vormachten, du gingst immer nur bis zu
einer bestimmten Stelle und bliebst dann abrupt stehen. Und ich redete mir ein, dass das so vollkommen in Ordnung war.
Bis zu dem Tag, an dem du mir eröffnetest, dass du eine Kontaktanzeige aufgeben wolltest. Ich begriff nicht, was mit mir passierte, aber der Gedanke daran löste in mir eine Welle unterschiedlichster Empfindungen aus, und ich wusste nicht mehr, woran ich mich festhalten sollte, um nicht davon weggespült zu werden. Ich verstand dich nicht, und was noch schlimmer war: ich verstand mich selber nicht. Was hatte ich erwartet, was hatte ich gewollt? Es war schwer, das für mich ehrlich in Worte zu fassen, aber plötzlich war da eine große Angst, dass mir jemand etwas wegnehmen könnte, an das ich mich so sehr gewöhnt hatte und das mir gerade so wahnsinnig gut tat.
Wir tauschten uns darüber aus, sehr ehrlich und offen, was erstaunlich wenig Überwindung kostete. Plötzlich sah ich das Ganze aus deiner Perspektive, und verstand all deine Hemmungen und Bremsversuche. Aber es half nichts mehr, wir waren einen Schritt weitergegangen, und standen nun gemeinsam an einer neuen Stelle unserer wie auch immer gearteten Beziehung. Mich beschäftigten plötzlich vollkommen neue Fragen. Ist es möglich, jemanden virtuell so gut kennen zu lernen, dass man Gefühle für denjenigen entwickelt? Wie realistisch ist das Bild, das man sich vom anderen macht? Wie wichtig sind die fehlenden Komponenten wie Stimme, Gestik, Mimik, Körpergeruch usw. für den Gesamteindruck, den wir beim anderen auslösen?
Irgendwann ließ sich auch der Wunsch nach einem Treffen nicht mehr ignorieren, wir unterhielten uns lange darüber, bis wir uns dafür entschieden.
Wenn etwas, das man sich so lange gewünscht und in allen möglichen Facetten ausgemalt hat, plötzlich in greifbare Nähe rückt, beschleicht einen ja oft urplötzlich so ein leiser Zweifel, vielleicht die Angst, eine Illusion für immer zu zerstören. Denn manche Dinge sind am besten in unseren
Träumen aufgehoben, weil sie nicht dafür gemacht sind, in die Tat umgesetzt zu werden. Ich hatte Angst davor, dass wir voneinander enttäuscht sein würden, auch wenn ich das für sehr unwahrscheinlich hielt, und gleichzeitig wusste ich, dass es mir keine Ruhe mehr lassen würde, bis
ich dich gesehen und dir gegenüber gestanden haben würde.
Wir planten längere Zeit im voraus, es waren noch etliche Wochen hin bis zu unserem Treffen, und ich unterdrückte den Gedanken daran, so gut es ging, da ich nicht wusste, wie ich diese Phase sonst überstehen sollte. Bei dir wirkte das alles so selbstverständlich, du schienst keine Zweifel daran zu
haben, dass wir uns verstehen und mögen würden, und irgendwann begann ich, mich von deinem Vertrauen anstecken zu lassen.
Die Zeit verging tatsächlich, auch wenn sie manchmal wie Kaugummi zu kleben schien, aber irgendwann waren es nur noch wenige Tage - unser gemeinsames Wochenende stand unmittelbar bevor.
Ich hatte einen hektischen Tag hinter mir, viel Stress bei der Arbeit, ein Zahnarztbesuch, die Kiddies kutschieren... und er war noch nicht zu Ende. In wenigen Minuten musste ich zu einem Elternabend aufbrechen, und wollte die kurze Zeit nutzen, um noch eben meine Mails zu checken. Im Eingang sah ich eine Nachricht von dir. Das war recht ungewöhnlich, da wir uns sonst eigentlich ausschließlich über Skype schrieben. Während ich deine Worte las, wurden die Geräusche um mich herum plötzlich wie von Zauberhand gedimmt und es drang kaum mehr als ein leises gedämpftes Brummen an mein Ohr. Du schriebst, dass du in dieser Woche sehr viel beruflichem und privatem Stress ausgesetzt sein würdest, und daher am Wochenende nicht kommen könntest. Es täte dir sehr leid, und du würdest
das gerne trotzdem irgendwann mal machen, aber nicht jetzt.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder fähig war, mein Umfeld wahrzunehmen, zum Beispiel meine Tochter, die mich in diesem Moment fragend ansah: „Mama, musst du nicht los?“

I wasn't expecting that (3. Teil)
Be more than your words
Nienburg, vor 11 Wochen: Ich stehe am Bahnhof und warte auf dich. In wenigen Minuten werden wir uns zum ersten Mal gegenüberstehen. An dieser Stelle endet mein Vorstellungsvermögen.
Dass du nun doch kommst, habe ich meinem Mut zu verdanken, bei dir anzurufen. Was ich damals nicht sah war, dass deine Absage lediglich ein erneutes Umdichschlagen war, weil dich die Situation überforderte.
Ich missdeutete es, so wie ich vorher schon die Kontaktanzeige falsch interpretiert hatte. Für mich waren das Zeichen, dass ich dir nicht überdurchschnittlich viel bedeutet, dass du dir eine Freundin suchen wolltest, dass du dich gar nicht auf unser Treffen gefreut hast, dass du rücksichtslose und egoistische Entscheidungen treffen konntest, die mich nicht einbezogen – es schien dir egal zu sein, wie ich mich dabei fühle.
Nun hatte ich es geschafft, dich umzustimmen, aber das änderte nichts daran, dass ich maßlos enttäuscht war über deine Worte, darüber dass du die Absicht gehabt hattest, auf ein Treffen zu verzichten. Erst rückblickend verstand ich, dass du dir nicht anders zu helfen wusstest, weil du
eigentlich den Abstand gesucht hast. Während meine Bedenken eher in die Richtung gingen, dass wir uns gar nicht verstehen würden, sah es bei dir genau anders herum aus: was wenn wir uns so richtig gut verstehen, eine Vertrautheit entwickeln und dann den Rückweg nicht mehr finden würden?
Du hast erkennbar mit dir gekämpft, zweimal hab ich dich davon abbringen können, dich im letzten Moment doch wieder zurückzuziehen und nicht zu dem zu stehen, was du eigentlich wolltest. Beim nächsten Mal würdest du einen besseren Grund benötigen, das war klar.
Nach diesem Treffen wurden deine Abgrenzungsversuche immer massiver und deutlicher. Wir versuchten, an den vorherigen Punkt anzuknüpfen, aber es war nicht so einfach. Wir schafften es seltsamerweise nicht zurück in diese Vertrautheit, obwohl wir uns ja nun nicht mehr fremd waren.
Was wir auch schrieben, es holperte dahin, fühlte sich falsch an und wir stolperten von einem Missverständnis zum anderen. Ich habe nicht verstanden wie schwer es dir fiel, mit den Gedanken an mein Leben
klarzukommen, dass du versucht hast dich zu schützen, und dass es kein Desinteresse war, wenn du bestimmte Dinge nicht hören wolltest oder dich mal wieder zurückgezogen hattest. Keiner von uns konnte sich überwinden, diese offensichtliche Hürde ehrlich anzusprechen, überhaupt schienen sich unsere Gespräche nur noch um das Wetter, die Arbeit und das abendliche Fernsehprogramm zu drehen – es war frustrierend. ich vermisste den Menschen, der du anfangs mal warst, aber den gab es nicht mehr,
irgendwie war das alles kaputtgegangen bei deinem Versuch dich zu distanzieren. Es hat nicht funktioniert, das Treffen brachte schon eine gewisse Ernüchterung, die Erkenntnis: wir passen überhaupt nicht zusammen, nicht nur unsere Leben, sondern auch die Auffassungen von dieser Beziehung. Dennoch war ich nicht in der Lage, einen Schlussstrich zu ziehen, wahrscheinlich hing ich noch zu sehr an dem Wunschbild, dass ich mir von dir gemacht hatte. Der Kontakt plätscherte weiter so dahin, und dann ludst du mich zu dir nach Hause ein. Kurz darauf hörte ich nichts mehr von dir, was zu diesem Zeitpunkt bereits nichts ungewöhnliches mehr war. Doch nach fast zwei Wochen ohne Reaktion auf meine Nachrichten begann ich, mir Sorgen zu machen. Ich wusste dass etwas nicht stimmte, weil du weder auf dem Handy noch über Skype zu erreichen warst, aber was dann kam, war die große Keule, und das hat mich erst mal von den Füßen gezogen. 
 
Das Novemberjahr (4. Teil)
Das Glück ist in uns und sonst nirgends“ (Heinrich Heine)
Es dauerte zwei November. Von meiner ersten bis zu deiner letzten Nachricht. War ich im Laufe der Zeit immer mehr zur treibenden Kraft von uns beiden geworden, so warst es doch du, der den Schlussstrich zog. Und zwar mit solcher Wucht und Gewalt, dass ich sprachlos dastand – obwohl am Ende doch so vieles ungesagt blieb. Du hattest ja schon öfter verzweifelt um dich geschlagen, aber dieses mal hast du richtig getroffen, und genau das war wahrscheinlich auch deine Absicht.
Am Ende hast du mir nämlich doch noch geantwortet. Du schriebst, dass du jemanden kennen gelernt hast, und dass es gerade sehr schön sei.
Ich denke, du hattest die Aussichtslosigkeit unserer Situation akzeptiert und die Konsequenzen gezogen, das schmerzhafte Ende vorweggenommen um dich davon zu befreien.
Also, was bleibt? Nicht nur Enttäuschung und Traurigkeit, sondern auch Verständnis und damit Vergebung, möge die Wahrheit so sein wie sie mag, und das Trostpflaster möglicherweise nur eine Erfindung, um den Schutzwall zwischen uns zu vergrößern.
Ich musste lernen dass man nichts erzwingen kann, sondern öfter mal dem Lauf der Dinge vertrauen sollte ohne einzugreifen.
Das Gedächtnis funktioniert ja immer an den falschen Stellen bzw. selektiert scheinbar wahllos bestimmte Dinge, die sich dann für immer in unsere Erinnerungen einbrennen, während wir dazu neigen, alles unschöne Beiwerk zu vergessen. Es war sicher nicht so schön, wie meine Erinnerungen es mir vorgaukeln, und auch mein ungutes Bauchgefühl, das irgendwann einsetzte, hat sich nicht grundlos bemerkbar gemacht.
Trotzdem hat die Geschichte ein besseres Ende verdient als dieses, das du ihr gegeben hast.
Aber Vergangenheit ist eben auch, wenn es nicht mehr weh tut, und so weit bin ich noch nicht.

Mittwoch, 23. März 2016

Kommt ein Vogel geflogen... ♫ ♫♪ ♫♪ ♪

Vor einigen Tagen wurde mir eine Sendung über Easterfly-Airlines angekündigt, die heute tatsächlich eintraf.
Trotz zaghafter Vorwarnung von Seiten der Absenderin, dass es sich dabei um eine schöne Überraschung fürs Vögelchen und mich handeln würde, kamen wir vorhin aus dem Stauen gar nicht mehr heraus.
So etwas unfassbar Niedliches hab ich wohl noch nie von jemandem bekommen!
Aber der Reihe nach...
Ich hab mir das Päckchen erst mal von allen Seiten genau angesehen (und vorsichtshalber auch dran gelauscht)
dann hab ich den Eingang gesucht - war aber keiner da
also haben wir uns von der Seite aus Zugang verschafft
und plötzlich... ist das etwa ein Schnabel??
Tatsächlich, oh mein goooottt, wer ist denn das!?!?
Was sagst du? Du bist nicht allein??
Hallo? Ist da noch jemand?
Ist das nicht ein kleines bisschen unbequem hier? Komm doch mal raus!
Huhu! Herzlich Willkommen bei uns!


Wie ihr seht, bin ich überglücklich und freue mich wahnsinnig über die tolle neue Gesellschaft!

Und jetzt schaut doch mal, mit wie viel Liebe zum Detail diese beiden süßen Gesellen entstanden sind:



Ihr seht mich vollkommen sprachlos, und grenzenlos begeistert!!
Ach komm, ein Gruppenfoto geht noch:
VIELEN LIEBEN DANK AN DAS ROTZLÖFFELCHEN FÜR DIESE SAGENHAFT TOLLE OSTERÜBERRASCHUNG! DU HAST MIR EINE RIESENGROSSE FREUDE GEMACHT!

Sonntag, 20. März 2016

Fahren Sie fort

Ein Schlussakkord, der eigentlich gar nicht als Cliffhanger gedacht war, fordert nun seinen Tribut. Wie war das also mit der Fahrerflucht? An welchen haarsträubenden Geschichten war die Vogelfrau nun wieder beteiligt?
Alles ganz harmlos und vollkommen unspektakulär:
Ich fuhr mit meinem Schlitten durch die Gegend
um die Wartezeit für die Dauer von zwei Schwimmkursen zu überbrücken.
Als ich nach einem kurzen Stop auf den Parkplatz zurückkehrte, hörte ich direkt neben mir ein lautes Krachen. Beim Aufblicken bemerkte ich, dass ein Wagen beim Zurücksetzen ein parkendes Fahrzeug gerammt hatte. Ich sah die Frau hinterm Steuer an, verzog das Gesicht zum Zeichen meines Mitgefühls und machte mich darauf gefasst, dass sie gleich fluchend und Haare raufend aus dem Auto steigen würde. Sie fuhr ein Stück vor, um (so dachte ich) den Platz für andere durchfahrende Autos freizuräumen. Aber dann gab sie plötzlich richtig Gas und war in Null-Komma-Nix aus meinem Blickfeld verschwunden.
Zum Glück hatte ich mir gerade noch das Kennzeichen merken und auf die Hand schreiben können. Ich hinterließ auf der Rückseite eines alten Einkaufszettels, den ich in meinem Auto ausgrub, eine Nachricht am anderen Wagen, dass sich hinten links ein Schaden befände, dazu das Kennzeichen des Verursachers und meine Telefonnummer.
Eine halbe Stunde später rief mich mein Mann einigermaßen irritiert auf dem Handy an - er habe einen mysteriösen Anruf bekommen, von einem Mann der irgendwo auf einem Parkplatz stehen würde und meine Telefonnummer habe - - da wüsste ich ja schon gern, was er im ersten Moment gedacht hat... :o)

Der Mann hatte sich nur bedanken wollen und meinte noch, der Schaden sei relativ gering, was aber das Wegfahren der Frau nicht weniger schlimm mache. Ich hielt die Angelegenheit für erledigt und dachte nicht länger darüber nach.

Bis ich am Wochenende im Urlaub eine Mitteilung auf dem Handy bekam. Ein verpasster Anruf - wie gesagt, ich hatte kein Netz - mit einer mir unbekannten Nummer. Von einem anderen Handy aus rief ich zurück und es meldete sich die Polizei. Wir kauten gemeinsam einen ganzen Fragenkatalog durch, zwischendurch setzte er mich beinah unter Hypnose, damit ich mich besser an Einzelheiten erinnern konnte. Zur Beschreibung der Fahrerin hätte das nie im Leben beitragen können, denn ich bin leider vollkommen gesichtsblind und kann in einer Menschenmenge gerade mal meine eigenen Kinder erkennen (also, falls sich keine ähnlich aussehenden Menschen da aufhalten).

Nachdem ich die Angelegenheit ein weiteres Mal abgehakt hatte und für erledigt hielt, bekam ich mit der Post einen dicken Umschlag.
Nun also das ganze Spielchen noch einmal schriftlich - da hat sich Miss Marple ja was schönes eingebrockt...

Montag, 7. März 2016

ich bin dann mal Insel

So allmählich beginne ich mich zu fragen, ob ihr wohl auch alle unterwegs seid in der großen weiten Welt, und es bald auf euren Seiten jede Menge schöner Bilder aus fernen Ländern und fremden Kulturen zu bewundern gibt. Es ist ja verdammt still geworden in unserer Gemeinde, wie bereits mehrfach registriert und kundgetan wurde.
Ich habe mich am vergangenen Wochenende mal wieder an der Küste herumgetrieben. Mein Göttergatte hatte mich (bzw. uns) zu meinem Wiegenfeste mit einer kleinen Reise bedacht, und letzten Freitag war es dann soweit.
Die Ostsee empfing uns ungewohnt ruhig, mit sonnigem Blick und strahlend blauem Himmel:

Am liebsten hätte ich gleich eine Runde auf dem Wasser gedreht
so wie dieser einsame Angler in der Ferne

Allerdings zog es mich dann doch wieder in die Höhen, zu den Wipfeln der Bäume
Dort oben musste ich mich verdammt gut festhalten und meine Federn sind ganz schön zerzaust worden

Danach gabs am Strand eine kleine Stärkung
und dank des Lagerfeuers konnte man es dort bis in die Abendstunden aushalten
...um dann nahtlos zu einem gemütlichen Dinner überzugehen...

Die Leute mit dem versteckten Lama haben zudem dafür gesorgt, dass der Kurzurlaub noch erholsamer wurde als geplant, indem sie nämlich mein Handynetz vollständig gekappt haben.
Auf Rügen ist man über oh-tu nicht zu erreichen - mir solls recht sein.
Nur die Polizei musste sich aus diesem Grund ein wenig gedulden, da ich ihnen für eine Zeugenaussage wegen Fahrerflucht nun erst heute wieder zur Verfügung stehe.
Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte...

Donnerstag, 11. Februar 2016

Alle Klarheiten beseitigt

Reden hilft - ist ja eine weit verbreitete Ansicht, und normalerweise würde ich zustimmen. Bevor ich kilometerweit Missverständnisse mit mir herumschleppe, von falschen Voraussetzungen ausgehe oder mich beleidigt zurückziehe weil ich etwas in den falschen Hals bekommen habe, sollte ich den vermeintlich dafür Verantwortlichen lieber zur Rede stellen.
Manchmal ist man hinterher aber genauso schlau wie vorher, oder man merkt, dass der andere keineswegs dazu bereit ist, einem zu helfen, auch wenn man ihn darum bittet.

In unserem Betrieb ist es zur festen Institution geworden, dass der Chef mit jedem seiner Mitarbeiter alle paar Monate ein Gespräch führt. Beide Seiten können dann Dinge vorbringen, die ihnen nicht passen, die sie für verbesserungswürdig halten, die gut oder eben ganz besonders schlecht gelaufen sind. Wobei man ja eher dazu neigt, die Negativa gedanklich anzusammeln und insofern mit einem expliziten Lob von Seiten des Chefs besser gar nicht erst gerechnet werden sollte.

In meinem jüngsten Vier-Augen-Meeting habe ich erneut die Missstände zur Sprache gebracht, die sich durch die - oder zumindest seit der - Neueinstellung einer weiteren Mitarbeiterin im Büro ergeben haben. Klare Absprachen werden grundsätzlich nicht getroffen, unsere Aufgabenbereiche sind nicht mal grob abgegrenzt, sie redet zwar viel Privates, vergisst aber mich über Vorgänge und Änderungen zu informieren, die ich für meinen Arbeitsablauf benötige. Zudem ist sie nicht in der Lage, ihre Fehler einzugestehen, sondern macht grundsätzlich einen Eingriff aus dem Universum dafür verantwortlich. Dass ich sie persönlich aufgrund ihrer aufdringlichen, neugierigen, plumpen, dummdreisten und nervigen Art nicht leiden kann, steht dabei auf einem vollkommen anderen Blatt, als die Tatsache dass ich mich quasi täglich über irgendeinen von ihr verzapften Mist aufrege.

Nun weiß ich, dass das alles MEINE Schuld ist, dass meine Abneigung ihr gegenüber in der Luft liegt und es mein eigenes Verschulden ist, dass wir nicht zusammen arbeiten können. Sprich: Sie geht mir auf den Sack weil ich es nicht tolerieren kann, dass sie meine Arbeit torpediert und mir Fehler unterschiebt die ich nicht gemacht habe. Okay, weiss ich das jetzt auch.

Außerdem habe ich es gewagt, meinem Vorgesetzten anzuvertrauen, dass das EDV-Problem das wir seit Monaten mit einer Software vor uns herschieben, für mich aufgrund meiner mangelnden Fachkenntnis nicht alleine lösbar ist. Ich habe ihn um Unterstützung gebeten, weil ich mir vollkommen unsicher bin und auch nur äußerst ungern die komplette EDV lahmlegen würde, indem ich irgend eine Lizenz vertausche oder eine Programminstallation versaue.
Seit meinem Gespräch bin ich mir darüber im Klaren, dass es durchaus in meinen Aufgaben- (wenn auch nicht Kompetenz-) bereich fällt und auch ruhig lange dauernd darf. Ein Experte wird dafür nicht extra bemüht werden, es sei ja schließlich mein Programm und da müsse ich schon sehen wie ich das zum Laufen kriege. Ich bin direkt gerührt von so viel Unterstützung und Rückenstärkung. Hätte ich gar nicht erwartet.

Zum Drüberstreuen wurde ich dann noch davon in Kenntnis gesetzt, dass ich mich permanent nur lautstark über alles mögliche aufregen würde und das zukünftig zu unterlassen hätte. Einen Fehler des Steuerbüros, der mir bei der Kontrolle der Lohnabrechnungen ebenfalls durchgerutscht war, muss ich zudem auf meine Kappe nehmen.

Am allermeisten ärgert es mich, dass ich meiner Meinung nach immer sehr gewissenhaft arbeite und trotz der Fehler die auch ich selbstverständlich begehe, eigentlich immer alles noch rechtzeitig wieder ins Lot bringe. Meinen permanent anwachsenden Aufgabenbereich habe ich trotzdem immer absolvieren können, und nun wird mir der einzige weit und breit sichtbare Fehler zugeschrieben. Das ist alles. Anscheinend habe ich in den letzten sieben Jahren rein gar nichts richtig und gut gemacht. Im Gegenteil, mein Kollege kann mir keine Aufgaben mehr übertragen für die er überqualifiziert ist, weil ich keine Zeit mehr dafür übrig habe. Ich sag jetzt mal nicht für was ICH alles überqualifiziert bin - und es trotzdem täglich mache. Vor allem bin ich für meinen Hungerlohn überqualifiziert, aber das sehen Chefs ja generell etwas anders.

Nun stehe ich mal wieder vor einer Weggabelung und weiß nicht ob ich abbiegen soll. Den Weg, den ich gehen möchte, gibt es eigentlich noch gar nicht, denn ich habe ja keine wirkliche Alternative in Aussicht. Ich merke dass es Zeit ist zu gehen, sich von dem Bestehenden zu trennen, aber das dürfte nicht leicht sein. Ich bin in diesen Betrieb hineingewachsen, habe die Vergrößerung miterlebt und fühle mich auch unter meinen Kollegen (bis auf diese eine oben erwähnte) sehr wohl. Ich habe keine Ahnung was für einen Job ich mir suchen soll und wer mich überhaupt noch nehmen würde. Am liebsten würde ich mich einfach irgendwo ans Fließband stellen und was komplett Stupides machen, dem ich nach Feierabend den Rücken kehren kann, weil ein anderer an meiner Stelle weitermacht. Ich hab mir jahrelang beide Beine ausgerissen um alles anständig, sorgfältig und vernünftig zu machen, und nun sieht es so aus als hätte das niemand gemerkt, oder als sei es nichts wert. Fühlt sich grad echt richtig scheiße an, für so austauschbar gehalten zu werden...

Freitag, 6. November 2015

in die Luft gegangen

Auch wenn hier jeder mitlesen kann, schreibe ich viele Beiträge in erster Linie für mich selbst. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen, während ich sie in Worte fasse. Ich lade sie hier ab und muss sie nicht mehr festhalten.
Aber es gibt natürlich auch viele Einträge, die ich hier einstelle, um mich mitzuteilen oder weil ich euch gerne an etwas teilhaben lassen möchte. So wie der folgende Post:

Das Vögelchen war nämlich mal wieder in der großen weiten Welt unterwegs, diesmal mit der kompletten Vogelfamilie, also dem Vogelmann und den beiden Vogelkindern, oder besser gesagt Vogelteenies.

Zwar bin ich auch selbst des Fliegens mächtig, aber für die weite Reise habe ich mir dann aus Gründen der erhöhten Bequemlichkeit doch motorisierte Unterstützung erbeten:
 Mein Revier musste ich mir dann allerdings mit diversen anderen Bewohnern teilen...
Ob die auch diese seltsamen Spuren hinterlassen haben...?

Ich war lieber nicht im Wasser - ich fürchte, mein Federkleid ist nicht wasserfest

Aber die Aussicht konnte ich auch so genießen!

... und das Essen ebenfalls
 Obwohl es hier wohl nichts mehr gibt
Mit dem Auto unterwegs...
 auf schmaler Straße immer am Abhang entlang...
Auch hier viele schöne Aussichten in alle Richtungen

 Einsame Badebuchten...
 Tisch mit Aussicht
Mein neuer Freund - könnt ihr mich sehen?



An einem kleinen Hafen...

und zuletzt hab ich noch meine Spuren hinterlassen...

Ein wunderschöner, sehr erholsamer Urlaub, der die Akkus wieder aufgefüllt und viel Klarheit in meinen Kopf gebracht hat.



Und beim nächsten Mal werd ich wohl mal wieder ohne Anhang herumfliegen...