Dienstag, 31. Dezember 2013

auf ein Neues!

Allen guten Vorsätzen zum Trotz ist uns das Jahr dann doch wieder durch die Finger geflutscht, bevor wir was dagegen tun konnten. Die Zeit rennt mit Schule, Arbeit, Nachmittagshobbys, Haus und Garten wie verrückt, und wir Verrückten rennen mit - was soll man sonst auch tun?!

Kommt alle gut ins Neue Jahr und nehmt die unerfüllten Vorsätze einfach mit rüber, die werden ja nicht schlecht!


Die Horoskope hatten Recht:
Das alte Jahr war manchmal schlecht,
Und manchmal war es gut.
Das Neue wird genauso sein:
Zur Hälfte Glück, zur Hälfte Pein.
Nur Mut, nur Mut, nur Mut!

So manche Hoffnung ward erfüllt,
so manche Sorge nie gestillt,
oft war es unbequem.
Das neue Jahr wird auch so sein:
Zur Hälfte groß, zur Hälfte klein.
Trotzdem, trotzdem, trotzdem!

Der Mensch, der man im Alten war,
den schleppt man mit ins neue Jahr,
die Last bleibt nicht zurück.
Doch ob sie groß ist oder klein:
Es kann ein neuer Anfang sein.
Viel Glück, viel Glück, viel Glück.

Montag, 30. Dezember 2013

wortlos... trostlos

Die Trennung von einem Partner zieht meistens weitere Trennungen nach sich, die zwar unerwünscht und nicht beabsichtigt, aber dennoch unvermeidbar sind. Wenn sich die Wege zweier Menschen trennen, entscheiden sich auch die meisten befreundeten Paare für einen dieser Wege. Zwangsläufig bedeutet das dann für sie die Trennung von der anderen Person.

Vor vierzehn Jahren habe ich mich von meinem ersten Mann getrennt. Zu dieser Zeit hatte ich eine sehr gute Freundin, mit der ich mich beinah jede Woche abends zum Quatschen traf. Als sie von unserer Trennung erfuhr, versprach sie mir hoch und heilig, dass dies keinerlei Einfluss auf unsere Freundschaft haben sollte und sie, da wir nicht im Streit auseinandergegangen waren, durchaus zu meinem Mann u n d mir weiterhin ein gutes Verhältnis haben könnte. Letzten Endes kam es dann aber doch anders, ich zog um, fand einen neuen Partner und wurde schwanger, die neue Partnerin meines Exmannes freundete sich mit meiner damaligen Freundin an, der Kontakt brach ab und wir hörten monatelang nichts voneinander. Nach einiger Zeit versuchten wir noch einmal, unsere Freundschaft zu flicken und an das damals so innige und vertraute Verhältnis anzuknüpfen, aber es gelang uns nicht, die alte Verbundenheit wieder herzustellen. Irgendwie schienen wir uns beide stark verändert zu haben, und wir waren wohl auch nicht ganz ehrlich zueinander.

Umso schockierter war ich, als ich heute in der Zeitung las, dass ihr Mann völlig unerwartet an Heiligabend gestorben ist. Es ist wohl normal, dass einem die Trost spendenden Worte fehlen, wenn jemand noch kaum begonnen hat zu trauern, denn die gibt es nicht wirklich. Trotzdem versucht man, dem anderen zu signalisieren, dass man in Gedanken bei ihm ist.
Mir fällt es nur gerade verdammt schwer, passende Worte zu finden, nach so langer Zeit, die doch auf einmal zusammengeschrumpft zu sein scheint. Wenn meine Worte auch als leere Hülsen vor ihr auf den Boden fallen, so hoffe ich zumindest, dass sie für meine Freundin nicht völlig aus dem Nichts kommen. Aber ich habe noch keine Ahnung, wie ich ihr das sagen soll...

Freitag, 27. Dezember 2013

Zugvogel

Eigentlich ist es ja schon ein bisschen spät für die Vögel, sich auf den Weg in wärmere Gefilde zu begeben, um dort den Winter im Bikini am Strand zu verbringen, anstatt hier dem Schneegeschippe zuzusehen und darauf zu hoffen, dass die Menschheit einen ausreichend großen Vorrat an Meisenknödeln und anderen Körnern im Keller hortet.
Andererseits kann man das, was sich momentan da draußen abspielt, nicht wirklich als kalte Jahreszeit bezeichnen; es wäre also durchaus verständlich, wenn die eine oder andere Vogelfamilie beschlösse: In diesem Jahr bleiben wir mal hier!
Ich weiß zumindest von einem Exemplar, das eigentlich nicht vorhatte, seinen Lebensraum vorübergehend zu verlassen, sich aber dennoch kurz vor den Feiertagen auf den Weg gemacht hat, sich ein neues Nest zu suchen. Tragischerweise lag diese Entscheidung außerhalb seines Einflussbereiches, sein Umzug wurde quasi über seinen Kopf hinweg beschlossen. Möglicherweise lag der Sinn seines Lebens aber auch von Beginn an darin, jemand anderem eine Freude zu bereiten, und er wusste bereits bei seiner Geburt: Ich kann hier nicht bleiben!
Eigentlich hatte man für ihn eine Ausbildung zur Brieftaube vorgesehen, dann hätte er eines Tages selbst an seinen Bestimmungsort fliegen können. Diese Idee wurde dann aber aus verschiedenen Gründen verworfen, nicht zuletzt, da sich der gefiederte Freund dann eher als Turteltaube profilierte.
Kurzerhand verfrachtete man ihn in einen Umschlag und setzte ihn auf eine der gelben Kutschen mit dem großen Horn an der Seite. Sichtlich strapaziert traf er heute nachmittag an seinem Bestimmungsort an, wo er mit großer Freude empfangen wurde.

"Liebe Mama Rotzlöffel,
ich bin gut in der Blockvogelfamilie angekommen. Die Reise war ja auch gar nicht so lang. Ich habe sogar schon ein paar Freunde gefunden. Sie sind ganz durchsichtig und hängen vor den Fenstern. Ich glaube, sie heißen Tiffänie oder so ähnlich. Wenn ich darf, würde ich gerne hier bleiben. Liebe Grüße, Dein Canaro"

Mittwoch, 25. Dezember 2013

früher... oder später...

Schöne Weihnachtszeit


Draußen schneit´s, es ist soweit,
begonnen hat die Weihnachtszeit.
Der Opa holt vom Abstellraum,
den Weihnachtsschmuck und schmückt den Baum.
Sein Enkel hilft, so gut er kann
Und freut sich auf den Weihnachtsmann
Zum Schluss die Lämpchen dran , noch schnell.
Den Stecker rein, schon strahlt es hell.
Da wird der Opa nachdenklich,
wie war das früher eigentlich?
Die Kerzen waren da noch echt,
aus Wachs mit Docht, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
„Echte Kerzen auf dem Baum ???“
Die Zeit jedoch bleibt niemals steh´n
Und Fünfzig weit´re Jahr vergeh´n.
Der Enkel – längst erwachsen schon –
Hat heute selbst ´nen Enkelsohn
Und wieder schneit´s zur Weihnachtszeit.
Ja wieder mal ist es soweit.
Der Opa holt vom Abstellraum,
wie jedes Jahr , den Plastikbaum .
Sein Enkel hilft so gut er kann
Und freut sich auf den Weihnachtsmann.
Der Christbaumschmuck wird angebracht.
Schon strahlt der Plastikbaum voll Pracht.
Da wird der Opa nachdenklich,
wie war das früher eigentlich?
Da war der Weihnachtsbaum noch echt,
frisch aus dem Wald, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum:
„ Im Wohnzimmer ein echter Baum ???“
Die Zeit bleibt doch auch jetzt nicht steh´n
Und noch mal fünfzig Jahr vergeh´n.
Der Enkel längst erwachsen schon –
Hat wiederum ´nen Enkelsohn
Und schneit´s auch draußen noch so sehr,
das Weihnachtsfest, das gibt´s nicht mehr.
Man holt nichts aus dem Abstellraum
Und hat auch keinen Weihnachtsbaum.
Der Enkel denkt auch nicht daran,
hat nie gehört vom Weihnachtsmann.
Auch vieles and´re gibt´s nicht mehr.
Die ganze Welt ist ziemlich leer.
Da wird der Opa nachdenklich,
Wie war das früher eigentlich?
Da feierte man wirklich echt –
Ein Fest mit Baum, das war nicht schlecht.
Der Enkel aber glaubt es kaum
Und fragt erstaunt: „ Was ist ein Baum???“

Sonntag, 22. Dezember 2013

oh Tannenbaum

Organisatorisch nähert die Blockvogelfamilie sich jetzt spürbar dem Unabwendbaren. Damit wir übermorgen abend im Wohnzimmer einen Orientierungspunkt für die Geschenke-Deponierungs-Fläche haben, dürfen wir seit gestern einen Tannenbaum unser Eigen nennen. Daran trägt allerdings mein Chef eine gewisse Mitschuld. Traditionell beginnt unsere Weihnachtsfeier nämlich seit einigen Jahren mit dem Tannenbaumschlagen für die Mitarbeiter. Jeder darf sich einen Baum aussuchen und zusehen, wie er sein Ungetüm mit nach Hause bekommt. Da wir im Anschluss an diesen Außentermin noch eine gemeinsame warme Mahlzeit zu uns nehmen, werden die Gewächse alljährlich zwischengelagert und erst am folgenden Tag mitgenommen. Je ausgiebiger die Weihnachtsfeier, umso länger kann so ein Baum schon mal auf seine Abholung warten (müssen).
Wir lagen vorhin ganz gut im Rennen, das Baum-o-Meter zeigte erst wenige rekonvaleszierte Kollegen an. Vermutlich muss die Mehrheit der Tannen noch eine weitere Nacht in ihrem Auffanglager verbringen. Unser Weihnachtsbäumchen darf schon im Carport stehen, vom Netz befreit, sich recken und strecken und zu voller Pracht entfalten:
Im Übrigen verstehe ich dieses Theater nicht, das um das möglichst perfekte Aussehen einer solchen Pflanze gemacht wird. Immerhin ist sie in der freien Natur gewachsen und sowas geschieht nunmal selten exakt symmetrisch. Zudem ziert sie im Höchstfall einige Wochen den heimischen Wohnraum, und es interessiert doch nun wirklich keinen, ob da ein Zweig etwas zu kurz, der Stamm ein wenig krumm oder die Spitze ein Drillingsexemplar ist. Wobei es ja schön wäre, wenn sich niemand an Weihnachten größeren Sorgen machen müsste!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Blusentrauma

"Male dein doofstes Weihnachtsgeschenk"
Kein Problem, wie könnte ich jemals diese braun-grün karierte Bluse vergessen, die meine Mutter offenbar totschick fand, weshalb sie den Weg unter unseren Tannenbaum fand.

Ich hasse Blusen. Und dieses Exemplar habe ich mit einer solchen Inbrunst verabscheut, dass man mich nur ein einziges Mal zum Tragen des guten Stückes nötigen konnte. Sie war hässlich wie die Nacht, knüppelhart und hat überall gekratzt. Das waren die schlimmsten Minuten meines Lebens.

Außerdem kam ich mir schon damals völlig bescheuert vor in so einer Verkleidung. Am liebsten hätte ich die Schere geholt und sie an Ort und Stelle zerschnitten. Darüber hinaus hat sie mich an das erinnert, was ich NICHT bekommen habe, obwohl ich es mir doch so sehr gewünscht hatte.

Im Quelle-Katalog meiner Mutter war sie abgebildet, noch viel größer und verlockender als sie vermutlich in Wirklichkeit war. Oh wie habe ich dieses mir unbekannte Mädchen beneidet, das davor stand und mit ihr spielen durfte. Nur zu gerne hätte ich selbst eine besessen. Das Objekt meiner Begierde, der Traum meiner schlaflosen Nächte, die unangefochtene Nummer eins auf meinen Wunschzetteln 1977 - 1980 war eine Spieleküche. Sie hatte einen Herd mit Drehknöpfen. Und eine richtige Spüle mit einem Wasserhahn. Sie war rot. Sie glänzte. Sie war perfekt.

Sie hatte nur einen Fehler: sie gefiel meinen Eltern nicht. Statt der Küche hab ich dann also diese Bluse bekommen. Sie durfte unter dem Baum liegen, dort wo meine Küche stehen sollte. Und dafür habe ich sie verachtet.

Natürlich habe ich statt der Küche im Laufe der Jahre haufenweise tolles Spielzeug bekommen, und vermutlich hätte ich meine Traumküche schon an Neujahr kaum eines Blickes mehr gewürdigt. Aber irgend einen Grund muss es ja haben, dass meine Tochter gleich zwei Spielküchen ihr Eigen nennt...

Gerade ist mein erstes Weihnachtspäckchen angekommen *freu*
Ich freu mich, dass es noch ein paar Tage dauert, bis es Zeit zum Auspacken ist. So lange kann ich mich an der lieben Geste (und am Anblick) erfreuen - mittlerweile ist der eigentliche Inhalt ja nicht mehr ganz so wichtig. Solange es keine Bluse ist ;-)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Tweety meets...

Da sich meine Bastelarbeiten hier durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreuen, zeige ich euch nun das Resultat meines jüngsten Tagwerks:





Ich freue mich, wenn ihr euch freut, und so ist dieses Ufo wenigstens noch zu etwas nütze.
 
Sicher ist es zum Teil auch meiner nervösen Vorfreude geschuldet, dass mir meine Finger heute nicht so gehorchen wie sonst. Andernfalls würdet ihr hier sicherlich einen wunderschönen Christstern sehen - wie auch immer der im Idealfall aussähe...
 
Der Vogel flattert heute nämlich schon ganz aufgeregt in seinem Nest herum, weiiiiiiiiiiiiiiiiil - er morgen ein Date hat!
Nein, alles ganz harmlos, ist nämlich eine Date-IN :o)
Aber das hindert einen ja nicht daran neugierig und vorfreudig herumzuspringen.
 
Was mir nur ein bisschen Sorgen bereitet sind meine Finger. Ich hatte nämlich noch eine Aufgabe im Kalender zu bewältigen, und die hatte mit Fingerabdrücken zu tun:
 
Schön geworden, nicht?
Aber jetzt hab ich natürlich ganz speckige, glänzende, fettige Fingerkuppen. Hoffentlich krieg ich die bis morgen wieder sauber... au weia... was soll denn sonst meine Blogfreundin von mir denken?
 
Obwohl - ist am ersten Eindruck überhaupt noch was zu retten?

Montag, 16. Dezember 2013

Hunger, Durst, müde, Pipi, sind wir bald da?

Wie alt muss man eigentlich werden, um von den eigenen Eltern für voll genommen zu werden!?!

Nur zur Orientierung sei gesagt, dass ich mich in meinem 5. Lebensjahrzehnt befinde, bereits vor langer Zeit von zu Hause auszog und inzwischen Mutter zweier Kinder bin, die beide bereits ihre erste Null gefeiert haben.

Ganz bestimmt bin ich kein kleines Mädchen mehr, das auf die Entscheidungen seiner Eltern angewiesen oder von deren Absolution abhängig ist.

Da wir in diesem Jahr eine recht zusammengeschrumpfte Weihnachtsgesellschaft von gerade mal zehn Personen bilden, habe ich mich bereit erklärt, unsere sechs Familienangehörigen zu uns einzuladen.
Nach anfänglicher Zusage erhielt ich heute aber einen Anruf von meinen Eltern, sie wollten nicht kommen, fänden es doof mit "den anderen", wüssten nicht, ob sie denen womöglich auch noch was schenken müssten und überhaupt könne man ja gar nicht mehr so lange sitzen.

Das einzige was mir spontan dazu einfiel war, meinem Vater anzubieten, dass er bei uns auch gerne liegen dürfe. Aber er quengelte weiter, er könne sich diesen Nachmittag überhaupt nicht vorstellen, das ginge ihnen alles so gegen den Strich usw. Dann bettelte er, ob wir nicht noch an einem anderen Tag Zeit für sie hätten. Ehrlich gesagt: nein! Und ich bin auch ziemlich stolz auf mich, dass ich

a) nicht sofort eingelenkt habe

b) mir so spontan ein paar Ausreden eingefallen sind

und
c) ich dann auf die glorreiche Idee gekommen bin, ihnen anzubieten, das bei ihrem nächsten Besuch hier zu klären.

Dann ist nämlich mein Mann auch dabei und sie können ihm gleich persönlich erklären, was so schlimm daran ist, mit seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Tante am zweiten Weihnachtstag gemeinsam Kaffee zu trinken. Auf die Erklärung freue ich mich schon!

unbeschra(e)nkte Gedanken

... als ob ich da eine Minute zu verschenken hätte!

Vor ein paar Tagen wurde ich allerdings kurzzeitig ausgebremst und bin dabei auf einige vollkommen unweihnachtliche Gedanken gekommen.

Auf dem Weg zum Einkaufen musste ich vor einem unbeschrankten Bahnübergang abbremsen, an dessen rot blinkendem Warnsignal bereits mehrere Autos vor mir hielten. Auf dem Radweg stieg soeben eine Mutter ab mit kleinem Kind im Fahrradsitz, und auch ein Jogger war im Begriff, seinen Lauf vor der Ampel zu unterbrechen, um artig auf den querenden Zug zu warten.
Selbstverständlich spiegelte sich diese Szenerie jenseits der Schienen im Gegenverkehr.

Wir warteten, die Ampel blinkte eifrig, doch ein Zug kam nicht. Die Fußgänger in vorderster Reihe streckten die Hälse vor und drehten ihre Köpfe hin und her, aber offensichtlich gab es nichts zu sehen als die leeren Gleise. Die Ampel blinkte voller Überzeugung weiter und wir warteten ergeben.

Wie gesagt, keine Schranken, nur das Licht. Wir warteten. Nach geschätzten fünf Minuten stieg ein Paketfahrer aus und lief auf den Bahnübergang zu. Vielleicht wollte er dem Blinken durch rohe Gewalt ein Ende bereiten, eventuell suchte er auch nach einem Schild mit einer für diesen Fall eingerichteten Notfalltelefonnummer. Jedenfalls setzte sich in diesem Moment die Schlange der wartenden Autos wieder in Bewegung. Vorsichtiges Herantasten, übereifriges nach-links-und-rechts-schauen, dann schnell rüber über die Schienen.

Ich habe mich in diesen Minuten gefragt, wie lange so ein technischer Defekt einen Menschen wohl zum Warten zu bringen vermag. Ob man als erster in der Reihe wohl eher dem Druck untersteht, den Verkehr nicht unnötig aufzuhalten, oder sich einer Art Vorbildfunktion bewusst ist, die man nicht sprengen möchte? Und ob man bei einseitig angebrachten, also umfahrbaren Schranken wohl mit dem Losfahren länger wartet als wenn gar keine Hindernisse angebracht sind? Würde ein weiter hinten in der Reihe stehender unruhig-Hupender genauso reagieren, wenn er selbst ganz vorne stünde? Rechtfertigt man sein Handeln zum Teil auch damit, dass die anderen genauso reagieren? Oder wäre man vielleicht sogar noch eher weitergefahren, wenn einen überhaupt niemand beobachtet hätte?

So, nun wisst ihr, worüber sich der Vogel in einer ruhigen Minute Gedanken macht...

Sonntag, 15. Dezember 2013

von illusorischen Ideen und der rempelnden Realität

Den gestrigen Tag habe ich notgedrungen einigen Pflichten geopfert. Meine Vormittagsstunden habe ich damit verbracht, mit anderen Irren durch die Geschäfte zu schwirren, um die erstandenen Schätze dann nachmittags möglichst liebevoll zu verpacken.
 

Zur Belohnung wollten wir uns abends einen Weihnachtsmarktbesuch gönnen. Mittelalterlicher Zauber an der Weser. Was so romantisch klingt, entpuppte sich dann aber als das reinste Fiasko.

Anstelle eines gemütlichen Entlangschlenderns an den Buden mit Basteleien, Schmuck und Holzdeko (wie ich es mir naiverweise ausgemalt hatte) erwartete uns ein Menschenauflauf nie erlebten Ausmaßes. Wir wurden lediglich die Strecke entlanggeschoben, an ein Verweilen war gar nicht zu denken, und am Ende war ich einfach nur noch dankbar, dass niemand verlorengegangen war.

Die Glühweinbuden wurden umrankt von Gruppen Betrunkener mit albernen Nikolausmützen, die offenbar jeder einzelne als äußerst originelle Idee empfunden hatte. Hin und wieder wehte ein verlockender Duft zu uns herüber, aber die desillusionierenden Schlangen vor den einzelnen Fressbuden, die selten kürzer als zehn Meter waren, erstickten meinen Hunger auf wundersame Weise im Keim. Ja ich weiß, WIR waren auch da. Und schöne Orte hat man nun mal nicht für sich allein. Aber ist es wirklich notwendig, 'zig Busladungen täglich vor den Toren des Weihnachtsmarktes abzuladen, deren Inhalt sich dann schlitzäugig, käsköppig und minzsoßig über die engen Gäßchen ergießt?!?

Ich frage mich in solchen Momenten immer, ob das früher auch schon so war, ob mir eventuell nur meine Harmoniesucht einen Streich spielt und sämtliche Veranstaltungen nostalgisch weichzeichnergetränkt vor meinem inneren Auge abbildet, obwohl es in Wahrheit auch damals schon überall brechend voll war.

In einer Seitenstraße im äußeren Randbereich des Nebenweihnachtsmarktes gab es dann noch einen Stand, an dem die Wahrscheinlichkeit groß genug erschien, vor Ende des Winters noch bedient zu werden, so daß mein Mann uns zwei Glühwein organisierte. Auf dem Weg von der Theke zurück zu uns mit den heißen Bechern in der Hand wurde er auch nur geschätzte siebzehn Mal angerempelt, also hatten wir bestimmt noch fast die Hälfte in unseren Bechern, und warm war er auch noch.

Auch eine Schmalzkuchenbude kreuzte unseren Weg - und die Kinder waren glücklich.
Statt Bienenwachsgeruch, Kartenleserin, Feuerzangenbowle-Stand und frischer Kartoffelpuffer genossen wir dann beleuchtete Schiffe am Weserufer und weihnachtliche Straßenmusik.

Nicht ganz das Erlebnis, was mir vorschwebte, aber ich muss mich wohl damit abfinden, dass es hier in Zukunft immer voller wird für uns alle.

Samstag, 14. Dezember 2013

nicht nur die Bienen...

Da mein Kalender nun im Zuge der Planungen für unser kooperatives exotisches Weihnachtsmenü längere Zeit unerwähnt blieb, hier ein kurzer Nachtrag:
Vor einigen Tagen sollte ich zahlreichen bereits vorgezeichneten Rentieren rote Nasen malen. Nachdem ich in mich gegangen war und mich der Selbstmotivation unterzogen hatte, war ich überzeugt: Das kannst du schaffen. Also ich, nicht einer von euch.
Bei einem näheren Blick auf das Kalenderblatt (wobei 'näher' ja ab dem gewissen Gleitsichtbrillenalter 'weiter weg' bedeutet) konnte ich dann aber die Namen der Tiere entziffern. Der eine heißt zum Beispiel "Vixen" - das wusste ich ja gar nicht - was irgendwie nicht besonders festlich klingt.

Einigermaßen schockiert werde ich mich jetzt doch vorerst von dieser Tagesaufgabe distanzieren. Ich will ja nicht prüde erscheinen, aber es gibt doch Grenzen. Nicht auszudenken, wenn das Tier mal seinen Instinkten, sprich einer feschen Rentierdame, folgt und der Weihnachtsmann es suchen muss. Rennt er dann durch den Wald und ruft "Vixen, Vixen!!" ???

Für mich gibt es eigentlich sowieso nur einen einzigen Rentiernamen, den ich gelten lassen kann. Übrigens heißt einer meiner ehemaligen Kollegen so - und hat am 6. Dezember Geburtstag.
Won't you guide my sleigh tonight?

Freitag, 13. Dezember 2013

Tierisch nahrhaft

Nun kennt ihr also auch unseren vierbeinigen Familienzuwachs, die schwule Männer-WG, die bei uns im Flur wohnt. Glücklicherweise haben sich Paterfelis und Felina bereit erklärt, sich um die biologische Entsorgung der Kameraden zu kümmern, falls mal wieder einer von ihnen das Zeitliche segnet. In der Vergangenheit hat sich das nämlich durchaus zum Problem entwickelt - da tauchten plötzlich ungeahnte Hürden bei den Bestattungsvorbereitungen auf.

Das erste Tier hatte sich am Auge verletzt, was wir leider zu spät bemerkten (zart Besaitete sollten an dieser Stelle aufhören zu lesen). Das Auge begann zu eitern und wir mussten mit ihm zum Tierarzt (letzte Möglichkeit zum Ausstieg aus dieser Geschichte, und sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt). Leider konnte der Arzt das Auge nicht mehr retten und musste es herausschneiden. Danach haben wir den Burschen wochenlang mit der Pipette gefüttert, natürlich mit spezieller Spezialnahrung für Einäugige! Ich habe mich bei dieser Prozedur regelmäßig in meine Schulzeit zurückversetzt gefühlt, denn das Zeug hat intensiv nach Heuaufguss gerochen (der durfte ja damals in keinem Biounterricht fehlen). Allen Bemühungen zum Trotz ist er dann aber doch gestorben. Dabei sollte er eigentlich noch im Fernsehen auftreten. Ich hatte nämlich einen Anruf bekommen, ob ich mit ihm an einer regional bekannten Tiersendung teilnehmen würde (ich konnte mich gerade noch so beherrschen).
Nun war er also tot und sollte unter die Erde. Es war Anfang Februar und das Thermometer zeigte seit Wochen zweistellige Minusgrade an. Der Boden war zentimetertief gefroren. Irgendwie gelang es meinem Mann dann aber doch, ein kleines Löchlein auszuheben, und das Tier bekam sein Grab mit Kreuz und allem drum und dran.

Einige Jahre später beschloss sein Lebensgefährte, ihm zu folgen. Es war Hochsommer, die Sonne knallte erbarmungslos und es war Tag und Nacht einfach nur unerträglich warm. Die Kinder waren im Zeltlager - für zwei Wochen. Wohin also mit dem Gesellen, ohne dass er vom Stand weg verwest wäre?! Uns blieb keine andere Möglichkeit, als ihn in einer große Tüte zu wickeln und - einzufrieren. So konnten wir die Trauerfeier bequem aufschieben, bis die Kinder zurück waren. Zweiter Schuhkarton, Erde drauf, neues Kreuz, Amen.

Ende gut, beinah alles gut, dennoch bin ich meinen beiden Blogfreunden sehr zu Dank verpflichtet, dass sie den nächsten Meersäuen ein kulinarisches Ende ermöglichen wollen. Ich bin auch bereit, Knäckebrot und Wurzeln beizusteuern.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

denn sie wissen nicht was sie tun

Okay, hier kommt der Nachschlag zum vorangegangenen Eintrag. Die Sturmtänzerin möchte gerne die Zeichnung meines Verwandten sehen, und wer bin ich, dass ich mich lange bitten lasse.
Ich selbst hatte das Bild schon nicht mehr abgespeichert, aber wozu hat man Freundinnen!?! Ich hab es mir zurück-organisiert und schäme mich allerhöchstens ein bisschen, es an dieser Stelle erneut öffentlich zu präsentieren:
Im Übrigen sind Ähnlichkeiten zu lebenden oder bereits verstorbenen Tieren wie immer vollkommen ausgeschlossen. Und nun dürft ihr euch nach Herzenslust darüber amüsieren :o)

Ma(h)lzeit

Hurra! Endlich mal eine Aufgabe nach meinem Geschmack. Heute soll ich ein möglichst scheußliches Bild malen. Nichts leichter als das, da brauche ich mich wirklich nicht anzustrengen. Ich muss mir lediglich ganz fest vornehmen, etwas wirklich Schönes zu zeichnen. Eingeweihte erinnern sich eventuell an meinen 'Vogel im Winter', der quietschegelb und kotzend im Schnee herumstand. Zumindest das konnte er gut mit seinen insgesamt vier dicken Beinen. Aber mein künstlerisches Naturtalent erwähnte ich ja bereits...
Auf das Basteln der Zweitbrille habe ich dann verzichtet, schließlich will ich mir mit meinem Tannenbaum-Style-Unikat nicht selbst Konkurrenz machen.
Außerdem musste ich noch Frühstück zubereiten:
Keine Sorge, das ist nicht für mich. SOLLTE ich eine Diät beginnen, dann sicher erst NACH der Weihnachtszeit. Muss sich ja auch lohnen...
Es ist auch keine Schnarchschonkost, wie man vielleicht denken könnte. Weder mein Mann noch ich würden zum Frühstück eine solche Nahrungsmittelkombination wählen.
Diese Mahlzeit ist für Willi und Luca - darf ich vorstellen:
Und ich kann euch versichern, es hat ihnen geschmeckt!

Mittwoch, 11. Dezember 2013

du bist zu lange fort ♫ ♪ ♪ ♫

 

Wenn mir mein Radio auf dem Weg zur Arbeit allmorgendlich die selben Lieder vordudelt, und auch mein leicht genervtes Hin- und Herschalten durch alle eingespeicherten Sender zu keinem - meinen Ohren zumutbaren - Resultat führt, hilft nur noch der Griff zum CD-Knopf. Auch hier muss ich von Zeit zu Zeit das Repertoire im Handschuhfach runderneuern, aber ich weiß zumindest was ich habe.
 
In die Kategorie 'Musik die ich immer hören kann' gehört definitiv Herbert Grönemeyer, für mich einer der größten Künstler überhaupt. Auch ich muss natürlich zugeben, dass seine Aussprache nicht zu den verständlichsten gehört, dabei hätten es seine Texte verdient, dass er jedes einzelne Wort deutlich artikuliert.
Ein ebenso mutiger und kritischer wie gefühlvoller und ausdrucksstarker Mann, dessen Lieder mir unter die Haut gehen und aus der Seele sprechen.
 
Gerade habe ich gelesen, dass er sich an einem Projekt namens "Mundpropaganda" beteiligt hat, einer Kampagne gegen Intoleranz Homosexuellen gegenüber. Zu diesem Zweck hat er sich beim Kuss mit August Diehl ablichten lassen.
 
Zu seinen schönsten Liedern gehört für mich "Land unter", ein zeitlos schönes Lied:

 

 
Ich finde man sieht richtig, wie er die Stimmung selber genießt.
... Gänsehautgarantie
...sag ich ja, toller Mann!



des Menschen Brille...

Ich werd hier noch zum Bastl-Wastl, wenn der Kalender noch lang dauert. Heute gab's ne Brille, zackig und leicht weihnachtlich angehaucht:
Da muss ich jetzt allerdings zugeben: das hab ich alleine schon besser hingekriegt. Als Kind hab ich mir nämlich Brillen aus Fensterbriefumschlägen gebaut, und die hatten dann echte Scheiben. Nicht dass man da allzu viel durch sehen konnte - sprich: die Unfallgefahr beim Tragen war zu hoch für eine berufsgenossenschaftliche Genehmigung - aber dafür sahen sie natürlich um ein vielfaches realistischer aus als dieses Exemplar.

Ausprobiert hab ich sie trotzdem:
...aber meine wohl bald erforderliche Lesebrille wird mir dieses Ding eher nicht ersetzen. Möglicherweise lassen sich ja die Gläser in das nun bereits vorhandene Gestell einfassen, ich werde da mal nachhaken.

Erprobt im Tragen rosaroter Brillen muss ich an dieser Stelle noch anmerken, dass sich die Welt beim Blick hindurch nur unwesentlich verändert. Dabei wäre es wünschenswert gewesen, den vorweihnachtlichen Trubel noch einmal durch Kinderaugen zu sehen und in den Strudel der Vorfreude und Aufregung mit hineingezogen zu werden, der früher untrennbar mit der Adventszeit verbunden war.

Dienstag, 10. Dezember 2013

dufte

Die Kalendermacher haben sich wohl gedacht, dass einem in der Vorweihnachtszeit schnell mal manches stinkt, und deswegen heute dieses Bastelset für ein selfmade-Duft-Potpourri hineingezaubert:
Wie gut dann am Ende Anis und Bratwurst tatsächlich harmonieren, bleibt abzuwarten...
Bei uns gab es am Wochenende schon mal weihnachtliche Frikadellen, allerdings auch eher ein versehentliches Experiment, und um es gleich vorweg zu sagen: nicht nachahmungsbedürftig! Ich hatte beim schnellen (Daneben-)Griff in den Gewürzschrank statt des Currypulvers den Zimtstreuer erwischt, und als die Staubwolke hochstieg, war es bereits zu spät. Das meiste konnte ich noch wieder vom Hackfleisch trennen, aber mein Sohn war davon überzeugt, eine geschmackliche Beeinträchtigung herauszukosten. Allerdings darf man in Zeiten der Chilibananenschokolade und des Bratapfelpuddings auch ruhig in der heimischen Küche mal innovativ denken!

Und damit es auch wirklich überall, also buchstäblich auch in der hintersten Ecke, gut riecht, habe ich beim letzten Einkauf dies hier mitgebracht:
Was ihr nicht wissen könnt: Dieses Papier zeichnet sich nicht nur durch ein wunderbares winterlich-weihnachtliches Motiv aus, sondern verströmt auch einen entsprechenden Duft. Steht zumindest auf der Packung. Da ich immer grundsätzlich zum günstigsten Angebot greife, ist mir dieser Bonus leider erst zuhause aufgefallen. Ansonsten hätte ich gerne darauf verzichtet, den Pupsen meines Gatten einen Lebkuchengeruch angedeihen zu lassen.
Manche Erfindungen sind eben doch für'n Ar...

Montag, 9. Dezember 2013

kein Alkohol ist auch keine Lösung

Das heutige Kalenderblatt bietet Platz für ein Foto, und zwar "mein peinlichstes Weihnachtsfeierfoto". Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals auf einer betrieblichen Feier daneben benommen zu haben. Und wenn, dann wäre es nicht dokumentiert. Der Platz bleibt also leer.

Mir persönlich wäre es wahnsinnig peinlich, nach so einem Totalausfall wieder Firmenboden zu betreten, wohingegen es unter den Kollegen meines Mannes offenbar zum guten Ton gehört, sich so richtig abzuschießen. Solange nicht mindestens einer am Tisch mit dem Kopf im Erbrochenen hängt, war es keine wirklich gelungene Feier. Das letzte Beisammensein wurde gekrönt von dem Versuch eines Auszubildenden, sich vom Schiff in den Fluss zu stürzen. Boah, voll lustig!

Dagegen geht es bei uns vergleichsweise ja richtig gesittet zu. Knigge-Gegner würden es vermutlich als spießig bezeichnen. Auch bei uns fließt Alkohol in größeren Mengen - und ich hab ja auch noch nicht nachgeguckt, wie es meinen lieben Kollegen am nächsten Morgen so geht - aber so richtige Fremdschäm-Aktionen hat es noch nicht gegeben. Naja, ich bin ja auch noch nicht soooo lange dabei. Außerdem steht die diesjährige Weihnachtsfeier noch aus :o)

Sonntag, 8. Dezember 2013

Das Kind hat den Verstand meistens vom Vater - weil die Mutter ihren noch besitzt

Morgen darf ich zuhause bleiben. Nicht dass mein Chef mir frei gegeben hätte. Auch hat mich zum Glück keine ansteckende Krankheit heimgesucht. Die Sache hat einen anderen Grund - ich sag nur "Kalender"...
Und zwar hab ich heute folgende Überraschung vorgefunden:
Endlich mal ein Türchen ganz nach meinem Geschmack :o)

Am Donnerstag hatten ja die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes 'sturmfrei' und durften den Vormittag alleine zuhause bleiben. Wider Erwarten haben sie die gemeinsamen Stunden ohne Notfall-Streitschlichter nicht nur überlebt, sondern waren nach oberflächlichem Check-up meinerseits sogar nahezu unversehrt. Na bitte, es geht doch.
Sobald sich einer von uns Erziehungs-Verpflichteten versehentlich in greifbarer Nähe aufhält, gerät er sofort in den Sog ihres Streites, dem man nur durch lautes verbales Eingreifen wieder entkommen kann.
Kürzlich musste mein Mann unseren Sohn wegen seines Verhaltens zurechtweisen. Mittlerweile haben wir uns ja bereits daran gewöhnt, eine 'passende' Antwort zu kassieren, und die blieb auch diesmal nicht aus: "Du musst Verständnis für mein Benehmen haben, ich bin in der Pubertät!"

Hoffentlich hat mein Chef morgen auch Verständnis - für meine Krankmeldung!

Samstag, 7. Dezember 2013

Daten sind Schall und Rauch

Der heutige Tag brachte in meinem Kalender eine Anleitung zum Selbstversuch auf dem Gebiet der Horoskope. Damit habe ich mich noch nie eingehend beschäftigt und werde auch nicht - extra wegen des Kalenders - damit anfangen.
Dafür habe ich heute einen schönen Artikel in der Zeitung gefunden:
Seitdem beschäftigt mich die Frage, ob die Gaststätte in diesem Jahr bereits derart ausgebucht war, dass man in der Vorweihnachtszeit keinen Termin mehr bekommen konnte, oder ob sich die Veranstaltung bereits auf das Weihnachtsfest im kommenden Jahr bezieht. Man kann ja nicht früh genug mit den Vorbereitungen beginnen, und ein gemeinsamer Termin findet sich ja in gebührendem Abstand zum 24. Dezember viel schneller, weil noch nicht alle so ausgebucht sind.
In Anbetracht dieser Tatsache und nicht zuletzt auch im Hinblick auf die klimatischen Veränderungen plädiere ich in diesem Zusammenhang auch für eine Ausdehnung des Kohl-und-Pinkel-Fahrten-Zeitraumes. Warum nicht im Juni mit dem Bollerwagen eine Sauf- und Fresstour unternehmen? Von den Temperaturen her geht der norddeutsche Sommer doch ohnehin genauso gut als Winter durch. Warum Sklave irgend welcher vollkommen überholter Rituale sein? Februar ist der neue Advent, und September ist das moderne Ostern!
Wisst ihr was - ich hole gleich mein Fahrrad aus dem Schuppen, bei uns ist nämlich heute der erste Mai!

Freitag, 6. Dezember 2013

Nikolauslaufen

Während das Küchenradio in minutenlangem monotonem Singsang alle Regionen mit Schulausfällen herunterleiert, stehe ich schon wieder schweißgebadet zwischen Kaffeebecher und Schulbrot, um - na was? - zu basteln. Wenn das so weitergeht, werde ich im neuen Jahr sofort die Volkshochschulkurse "Laubsägearbeiten" und "Körbeflechten" belegen...
Der heutige Tag trägt natürlich das Motto "Nikolaus":
Ich gebe zu, hier konnte man nicht viel falsch machen. Entsprechend akzeptabel sieht mein Ergebnis aus.

In unserer Region blickt das heutige Nikolauslaufen auf eine lange Tradition zurück. Kinder aus der Nachbarschaft klingeln abends an den Türen, singen ein Weihnachtslied, sagen ein Gedicht oder einen kurzen Spruch auf, spielen etwas auf der Flöte oder lassen sich sonstewas einfallen, um die lieben Erwachsenen dazu zu bewegen, eine Süßigkeit in den flugs erwartungsvoll aufgehaltenen Beutel zu werfen. Klingt nach Halloween? Ist ja auch so ähnlich, nur viiiiel schöner! Und absolut UNamerikanisch, und mir schon aus diesem Grund wesentlich sympatischer.
Leider müssen die kleinen Kinder in unserer Nachbarschaft erst mal nachwachsen. Die ersten Kinder, die an unserer Tür klingelten, sind inzwischen erwachsen, und alle neu hinzugezogenen Familien haben entweder keine oder noch zu kleine Kinder.
Ich bin gespannt, was uns heute abend erwartet!

Donnerstag, 5. Dezember 2013

backen statt basteln

Heute gab es in meinem absonderlichen Kalender schon wieder eine Schnee-Aufgabe, die ich wegen höherer Gewalt nicht ausüben konnte. Bevor wir Schnee bekommen, müssen wir erst mal mit Xaver fertig werden. Der soll hier im Norden Deutschlands nämlich heute ganz schön herumwüten. Bisher ist es nicht viel mehr als ein ganz gewöhnlicher Wind, der da ums Haus heult, aber wenn man den Vorhersagen glauben will, dann sollten wir besser drinnen bleiben.

Die Zweitaufgabe "Nikolaus ausschneiden" habe ich heute morgen meinem Sohn übertragen. Der soll auch mal was tun. Außerdem hat er sturmbedingt schulfrei und somit alle Zeit der Welt. Keine Ahnung ob es an dem Kalender liegt oder ob ihm auch das Bastelgen fehlt, das Ergebnis ist jedenfalls wieder einmal gewöhnungsbedürftig:

Dieser Grobmotoriker-Nikolaus wird wohl doch nicht als vorweihnachtliche Deko enden sondern eher ohne Umwege ins Altpapier wandern.

Ich habe mich gestern noch einmal dem Plätzchenbacken verschrieben - einer muss hier ja mal mit gutem Beispiel vorangehen, bei all den Backmuffeln! Und vor allem brauchen wir ja auch jemanden, der die Dinger produziert, nicht nur konsumiert :o)


Bei mir gibt es Schoko-Zimt-Brownies und Haselnussplätzchen - greift zu!

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Meine Freundin Barbara

Pünktlich zum Barbaratag hatte ich heute zwei Zweige in meinem Kalender. Ich hab sie sofort in ein Glas gestellt, denn bis Weihnachten sollen sie ja aufblühen:

Außerdem habe ich heute etwas zu verschenken. Jeder der sich angesprochen fühlt, darf sich das folgende Bild herunterladen, ausdrucken und ausschneiden:

Das Original bekommt natürlich nur einer.

Eine meiner Freundinnen hat mir mal zum Geburtstag ein Freundebuch geschenkt. Ja genau, so eins wie man es heute schon im Kindergarten an alle anderen Kinder verteilt, damit die da ihr Lieblingsessen, den letzten Konzertbesuch und ihre Handynummer eintragen können. Früher nannte man das ja Poesie-Album, es wurden altmodische Sprüche oder Gedichte à la "Halte Ordnung, liebe sie, Ordnung spart dir Zeit und Müh" reingeschrieben und eine Oblate danebengeklebt. Hach, seufz, ja das war noch gemütlich-romantisch.
Aber ich fand die Idee mit dem Erwachsenen-Freunde-Buch auch sehr schön. Mittlerweile haben die meisten der mir wichtigen Menschen sich die Zeit genommen, sich dort zu verewigen, und ich habe eine schöne Erinnerung.
Im Kindesalter hat man es ja leichter mit dem Freundschaften-Schließen. Nachdem man sich in der Sandkiste zunächst aus der Ferne beschnuppert und sich anschließend ein paar Mal gegenseitig die Schippe über den Kopf gezogen hat, kann man übergangslos in den Freundschaftsstatus wechseln. So leicht geht das später nur noch bei Facebook.
In meinem Buch überwiegen die unbeschriebenen Seiten. Ich lege keinen Wert auf Freundesansammlungen, von denen die meisten dann doch nur an der Oberfläche vor sich hin dümpeln. Aber die beschriebenen Seiten in meinem Buch strahlen Nähe, Tiefe und Vertrauen aus - Dinge die in vielen gemeinsamen Jahren entstanden sind, die ich nicht missen möchte.

Dienstag, 3. Dezember 2013

nofrost

Die Rebellin in mir wagt heute das Undenkbare: sie wird den Anweisungen ihres Kalenders nicht Folge leisten! Jawohl! Oder besser Neinwohl!
Ich soll heute doch tatsächlich das Kalenderblatt als Vogelfutterunterlage verwenden bis es durchgepickt ist. Ja glaubt ihr etwa, ich schade mutwillig meiner Verwandtschaft?!? Jeder Depp weiß doch, dass man mit dem Füttern der Piepmätze warten soll, bis Bodenfrost und Schneeschicht keine Würmer mehr durchlassen. Und da wir gerade mal seit gestern Minitemperaturen unter Null haben, kann ich die zweite Aufgabe auch vergessen. Die hat nämlich was mit Schlittschuhen zu tun, und bevor mich die Nachbarn einweisen lassen, trage ich lieber weiterhin meine gemütlichen dicken Stiefel...
Dafür könnte ich euch ersatzweise die Geschichte vom Schnarcharzt anbieten, den mein Mann (endlich) aufgesucht hat, um mir (so meine Vermutung) schwarz auf weiß unterbreiten zu können, wie maßlos ich mit meinen Schilderungen über sein nächtliches wilde-Tiere-verscheuchen übertreibe. Der Schuss ging nur leider nach hinten los, denn der Arzt meinte nach Auswertung seines Schnarchdiagrammes: "medizinisch unbedenklich, sozial gravierend". Aber operabel - mal sehen wie er sich entscheidet...

Montag, 2. Dezember 2013

zwei linke klebrige Hände

oh mannomann... hab ich doch heute morgen vor lauter Bastelwahn gar nicht gemerkt, dass meine Tochter nicht aus den Federn findet. Ihr batterienfressender Wecker hat mal wieder gestreikt, und ich saß so dermaßen in den Fängen meines Kalenders fest, dass ich es erst eine halbe Stunde später gemerkt habe. Heute war's aber auch verdammt knifflig:


Die erste Aufgabe bestand darin, möglichst in Rekordzeit einen Stern auszuschneiden. Mangels Vergleichswerten kann ich schwer einschätzen, ob meine 2 Minuten 2 Sekunden für diesen 27-zackigen Stern nun eher von einem untalentierten Bastelasteniker oder einem Natur-Schneide-Talent zeugen.
Die Macher des Kalenders haben aber offenbar Angst, jemanden vor Unterforderung frustriert zurückzulassen und haben sich deshalb vorsichtshalber eine weitere Aufgabe überlegt.

Nach dem Umblättern kam dieses Bastel-Kit für einen Papierschneemann zum Vorschein, dessen Fertigstellung mich dann auch von sämtlichem Zeit- und Raumgefühl kappte. Herausgekommen ist eine mittelschwere Katastrophe, die ohne Frage mit dem quergestreift-verkleideten Möchtegern-Hundertwasser-Schneehasen konkurrieren könnte:

 
Ich war als Kind schon wahnsinnig schlecht im Kunstunterricht. An Ideen hat es mir nie gemangelt, aber meine tollen Pläne wurden in der Realität dann meistens von meinen stümperhaften Versuchen, sie in die Tat umzusetzen, zunichte gemacht. So wurde ein aufkeimendes Talent im Keim erstickt - ein Segen für die Nachwelt - wie sich beim Betrachten der Bilder erahnen lässt.

Sonntag, 1. Dezember 2013

vorausgeworfene Schatten

Heute durfte ich also die erste Seite in meinem Waldorfkalender aufblättern. Zum Vorschein kam ein Türchen - welch' abwegige Idee - das ich allerdings noch selbst aufschneiden musste, bevor ich hindurchsehen sollte. Ich hab das brav erledigt und sogar aufgeschrieben, was ich gesehen habe:
Der Kalender befiehlt, dass ich das zweite Blatt an einen Laternenpfahl klebe und mit Schneebällen bewerfe. Nun bin ich ratlos. Ein Laternenpfahl befindet sich zwar direkt vor unserem Haus, aber von Schnee weit und breit noch keine Spur. Wie verfahre ich nun am besten? Soll ich den Zettel schon draußen anheften und das Risiko eingehen, dass er vor dem ersten Schneefall abhanden kommt? Oder soll ich ihn lieber bis zum ersten Schnee drinnen - sicher, trocken und diebstahlgeschützt- verwahren? Und darf ich das überhaupt? Ich werde das noch einmal sorgsam überdenken und dann eine Entscheidung fällen.

Derweil quält mich noch eine weitere Frage. Mein Sohn hat für den Weihnachtsbasar ein Lebkuchenhäuschen gebastelt. Unter anderem zieren etliche marshmallows mit offenbar weihnachtlichen Motiven das essbare Gebäude. Die Tannenbäume konnte ich grad noch identifizieren, aber worum handelt es sich bei diesen Gebilden? Sind das vielleicht Schneehasen?


Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie richtig herum angebracht sind oder womöglich auf dem Kopf stehen. Dieses Teil könnte auch ein Geschenk mit Schleife sein, wer weiß!?

Ich werde nicht ruhig in den Schlaf finden, wenn ihr mir nicht helft...