Mittwoch, 28. Januar 2015

Achtundzwanzig

Eine harmlose Zahl, millionenfache Assoziationen. Mir fällt als erstes der Film "Achtundzwanzig Tage" mit Sandra Bullock ein...
Aber derlei sorglose Erinnerungskopplung gehört seit gestern der Vergangenheit an. Meine Tochter wuselte mit ihren Fingern minutenlang in meinem Gesicht herum, gab Befehle wie "lach mal" oder "schau jetzt richtig ernst" von sich und konstatierte letzten Endes, vom Ergebnis ihrer Forschungsarbeit sichtlich befriedigt:
"Mama, du hast achtundzwanzig Falten im Gesicht!"
Aaaah, danke. Wie lange hat mich diese Frage schon gequält?! Nun endlich kann ich auf ein zuverlässiges Ergebnis zurückgreifen.

Von meiner Familie bekam ich gestern übrigens ein äußerst praktisches Utensil geschenkt, ein Laptop- oder Lesekissen, mit Lampe, Stifteritze und Bechermulde.

"Tweety junior bitte, ein Becher frischer Kaffee zum Sofa, Tweety junior bitteeee!"

Vergesst es, Leute, ich habs ausprobiert. Entweder, es ist gar kein Mikro, oder mein Sohn und ich haben nicht den selben Humor :o)
Trotzdem schön, und ganz nebenbei ein wunderbarer Beinwärmer!

Ich will jetzt gar nicht schon wieder groß an all meine missratenen Bastel-, Mal- oder Handarbeitsversuche erinnern, doch bin ich aufgrund der gegebenen Umstände sehr froh, eine ausgesprochene Häkelkünstlerin zu meinen Freundinnen zählen zu dürfen. Selbstverständlich zeichnet sie sich nicht in erster Linie dadurch aus, dass sie so tolle Pullunder klöppelt oder ihre selbstgestrickten Socken den von meiner Oma einst gefertigten Exemplaren zum Verwechseln ähnlich sehen, aber ihre Werke sind trotzdem ein wahrer Augenschmaus.

Entsprechend groß war meine Freude, als ich gestern ein Päckchen aus meinem Briefkasten fischte, das folgenden Schatz enthielt:
Sieht klasse aus und hält wunderbar warm...
Dann kann der Winter jetzt ja doch noch mal kommen...


Als ich mich gestern abend auf den Weg zu meiner Freundin machen wollte, hielt meine Tochter mich übrigens noch mal zurück um mir mitzuteilen: "Mama, ich finde du siehst echt richtig sexy aus!"
Das würde ich dann bitte gerne achtundzwanzig Mal hören...

Mittwoch, 14. Januar 2015

dicke Backen


Kurz nach dem Aufstehen, also quasi noch im Tiefschlaf, wundere ich mich nur äußerst selten über irgend etwas. Das wäre mir in diesem Zustand viel zu anstrengend, und würde außerdem ja auch eine gewisse Grundaufnahmefähigkeit voraussetzen - die ich um diese Zeit schlicht nicht besitze.
Diesen Umstand vollkommen ignorierend, behandeln mich meine Kinder zu jeder Tageszeit gleich. Wahrscheinlich liegt es außerhalb ihres Vorstellungsvermögens, dass ein Mensch, der auf seinen zwei Beinen herumläuft, nicht ansprechbar sein soll. Es kann also durchaus vorkommen, dass ich morgens um 6 mit unfreiwilligen Informationen, mittelschweren Sorgen oder unglaublich wichtigen Fragen bombardiert werde, um ein weiteres Mal festzustellen, wie wenig ich eigentlich weiß.
Gestern morgen, ich hatte kaum die Küche betreten und die Kaffeemaschine noch nicht erreicht, startete mein Sohn bereits einen verbalen Angriff auf mich mit den Worten: "War Erich Kästner dick oder dünn?"
Hätte ich mich im Modus "wach und voll ansprechbar" befunden, wäre seine Frage eventuell Auslöser für mittelschwere Verwirrung gewesen, aber wie gesagt, ich befand mich im Wachkoma und war nicht einmal in der Lage, mich gebührend über die Absurdität dieser Frage zu wundern.
Irgendwann, als mir dämmerte, dass mir eine Antwort abverlangt wurde, erkundigte ich mich dann, ein "weiß nicht" nuschelnd, nach dem Grund für sein Interesse am Körperbau dieses Herrn.
Ich bemerkte, dass mein Sohn über ein Kreuzworträtsel gebeugt am Küchentisch saß, als er mir antwortete: "Hier steht 'Figur von Erich Kästner' mit vier Buchstaben, kann ja nur 'dick' oder 'dünn' heißen..."

Ich hab mal das rechte Foto kreiert, und wenn ich es mir so ansehe, plädiere ich für

F
E
T
T

...muss gleich mal schauen, was es zu gewinnen gibt!

Montag, 12. Januar 2015

von Schweden und Gardinen

Am Wochenende haben wir uns von unserem Tannenbaum getrennt. Wenn auch hauptsächlich aus Angst, die Möbelhauskommission könnte anrücken, um uns den "Zu spät!"-Stempel mitsamt saftigem Bußgeld aufzudrücken.
Jeder weiß ja, dass "man" das Plündern und Entsorgen der Weihnachtstanne spätestens am Dreikönigstag hinter sich gebracht haben "muss". Aber solange uns dieses Datum in den nördlichen Regionen als Feiertag versagt bleibt, spreche ich mich selbst auch von oben genannter Verpflichtung frei.
Trotzdem musste das Bäumchen nun weichen, und hinterlässt, wie in jedem Jahr, unerwartet viel Platz im Zimmer. Gefühlt ist unser Wohnzimmer nun erstmal fünf Quadratmeter größer.
Außerdem hat das Entfernen des zur Weihnachtsdeko umfunktionierten Gewächses den Blick frei gegeben auf unsere Fenster - und somit auch auf die Gardinen, die mir schon seit längerem ein Dorn im Auge waren. Insbesondere beim Blick von außen in unser Wohnzimmer musste ich feststellen, wie abscheulich sich die ollen Lappen vor dem großen Doppelfenster machten. Und das Orange kann ich schon lange nicht mehr sehen.
In der letzten Woche habe ich mir dann einige neue Exemplare ausgesucht, und ein paar Mausklicks später waren sie auch schon zu mir unterwegs.
Am Wochenende - nach Entrümpelung des Wohnbereiches - habe ich dann meinen Mann bekniet, mir die große Gardinenstange ab- und wieder anzuschrauben, und nun sitze ich strahlend auf dem Sofa und erfreue mich immer wieder am Anblick der "Neuen":

Am Hintergrundbild jenseits der Scheiben herrscht noch Verbesserungsbedarf, aber momentan hat bei uns ein Herr namens Felix das Sagen, und seine stürmische Art hält uns fest im Griff.
Gut dass ich das Elend aussperren kann, ich lasse einfach meine neuen Raffrollos gaaaaaaanz nach unten...